Neuer Richtwert für Pflegeheimplätze im Aargau

Der kantonale Richtwert schreibt die Anzahl Plätze in Alters- und Pflegeheimen vor, bisher mussten 21,4 Prozent der über 80-Jährigen einen Platz haben. Der Richtwert sei zu hoch findet die Regierung und senkt ihn auf 19,7 Prozent. Dadurch sollen in Aargauer Pflegeheimen weniger Betten leer sein.

Zwei Pflegerinnen machen ein Bett. Im Vordergrund steht ein Rollstuhl. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wie viele stationäre Plätze in Pflegeheimen braucht es im Aargau? Die Regierung setzt einen neuen Richtwert fest. Keystone

Die Belegungsquote in Aargauer Pflegeheimen solle besser werden, findet der Regierungsrat. Momentan sind 95 Prozent der Betten belegt, dies sei zu wenig, sagt Felix Bader vom Aargauer Gesundheitsdepartement. Ein Grund für die zu vielen Plätze sei der zu hoch angesetzte Richtwert.

Der Wert war zu hoch, weil man bei der Prognose die Auswirkungen der ambulanten Leistungen unterschätzt habe. Heute ermöglichen neue ambulante Betreuungsformen, dass Leute länger im eigenen Zuhause leben können, dadurch sinkt allerdings der Bedarf an stationären Plätzen.

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Richtwert für Pflegeplätze

Der Richtwert basiert auf Prognosen, die abschätzen sollen, wie viele über 80-Jährige einen Platz in einer stationären Einrichtung benötigen könnten. Dabei stützt er sich auf Daten der Gesundheit und Bevölkerungsentwicklung. Da diese Faktoren variieren muss auch der Richtwert für Pflegeplätze dann und wann angepasst werden.

Dieser Entwicklung möchte man nun Rechnung tragen und den Wert nach unten korrigieren. Neu sollen noch für 19,7 Prozent der über 80-Jährigen ein Platz in einer Pflegeeinrichtung zur Verfügung stehen. Bisher lag der Wert bei 21,4 Prozent. Daneben kündet sich schon eine weitere Änderung an.

Regionale Besonderheiten berücksichtigen

Heute gilt der gleiche Richtwert – mit wenigen Ausnahmen – im ganzen Aargau, künftig solle er aber regional festgelegt werden können, sagt Felix Bader vom kantonalen Gesunsheitsdepartement, so könnten die Regionen die Unterschiede in der Bevölkerungsstruktur besser berücksichtigen.

Man wolle es den Regionen mittelfristig ermöglichen eigene Werte festzulegen, heisst es in der Mitteilung des Kantons. Bei diesem Prozess hoffe man auf die Unterstützung der zwölf Aargauer Regionalplanungsgruppen.