Neues Beschäftigungsprojekt für junge Flüchtlinge im Aargau

Minderjährige Flüchtlinge sollen nicht aus Langeweile am Bahnhof oder im Park herumlungern, sie sollen etwas lernen. Das ist der Grundgedanke hinter dem «Projekt UMA – Leben und Lernen» des Vereins Netzwerk Asyl Aargau. Das Programm ist erfolgreich gestartet.

Amir ist 17 Jahre alt und aus Afghanistan alleine in die Schweiz geflohen, ohne Eltern oder Verwandte. Amir ist einer von rund 40 minderjährigen, unbegleiteten Asylbewerbern – von den Behörden UMA genannt – welche im Beschäftigungsprogramm des Vereins Netzwerk Asyl Aargau dabei sind.

Amir besuchte in Afghanistan lediglich fünf Jahre die Schule. Der junge Asylbewerber ist hoch erfreut, dass er nun nochmals die Schulbank drücken darf. «Ich lerne sehr gerne. Ich mag Deutsch, Mathematik, Zeichnen und Kochen», sagt er etwas schüchtern ins Mikrofon von Radio SRF.

Vorbereitung auf Leben in der Schweiz

Amir erhält im Rahmen des Beschäftigungsprogramms aber nicht nur Schulbildung, sondern auch Unterstützung bei der Berufswahl und beim Umgang mit den kulturellen Unterschieden zwischen der Schweiz und seinem Heimatland.

«Das Ziel ist, dass wir die Jugendlichen auf eine künftige Berufslehre oder weiterführende Schule vorbereiten», sagt Programmleiter Hansueli Ruch. Sie sollen später auf eigenen Beinen stehen und nicht von Sozialhilfe abhängig sein. Ruch stellt klar, dass sich das Projekt ausschliesslich auf 16- bis 18-jährige Asylbewerber ausrichte, welche ohne Begleitung in den Kanton Aargau kommen.

«  Wir wollen nicht, dass die Jugendlichen herumlungern.  »

Hansueli Ruch
Programmleiter

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Finanzierung UMA-Projekt

Rund 50 Freiwillige arbeiten gratis beim Projekt mit. Die übrigen Kosten werden durch Spenden finanziert. Derzeit erhält das Projekt keine staatliche Unterstützung. Die Verantwortlichen hoffen aber, dass der Kanton Aargau sich künftig beteiligt. Ansonsten sei eine langfristige Weiterführung unmöglich.

«Diese jungen Menschen fallen irgendwie zwischen Stuhl und Bank», sagt der Programmleiter. Denn unter 16-jährige Asylbewerber haben Anspruch auf obligatorische Schulbildung. Für über 16-jährige, deren Asylstatus noch nicht geregelt ist, sind weder Schulbildung noch andere Integrationsmassnahmen vorgesehen.

Die ersten Erfahrungen mit dem «Projekt UMA – Leben und Lernen» sind laut Programmleiter Hansueli Ruch sehr positiv. Natürlich sei es eine Herausforderung für die Lehrerinnen und Lehrer, eine solch heterogene Gruppe zu unterrichten. «Aber ich bin sehr überrascht, wie motiviert die jungen Flüchtlinge bei der Sache sind. Man merkt: Sie wollen das wirklich.»

Das gilt auch für den 17-jährigen Amir aus Afghanistan. Amir hat ein klares Ziel. Er möchte Krankenpfleger werden. «Mir gefällt es, Menschen zu helfen.»