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Nitratproblem im Gäu Die Wissenschaft soll helfen

Legende: Video Studie wegen Nitratproblemen abspielen. Laufzeit 03:10 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 18.10.2018.

Das Problem: Seit Jahrzehnten sind die Nitratwerte im Trinkwasser der Solothurner Region Gäu zu hoch. Seit bald 20 Jahren gibt es deshalb das Nitratprojekt Gäu-Olten. Bund und Kanton haben zusammen mit den Bauern Massnahmen entwickelt, um die Werte zu senken und das Trinkwasser gesünder zu machen. Diese Massnahmen haben Auswirkungen auf die Bauern und ihre Arbeit.

Ein Mann schaut auf ein Feld
Legende: Bauer Mathias Studer kann wegen dem Nitratproblem sein Land nicht so nutzen, wie er gerne möchte. Bähram Alagheband/SRF

Die Ursache: In der Region fehlt ein grosser Fluss. Dieser könnte das überdüngte Wasser verdünnen. Das Trinkwasser in der Region stamme aber eben hauptsächlich aus dem Grundwasser, erklärten die Experten anlässlich einer Informationsveranstaltung am Donnerstag.

Die Bauern hätten ihre Felder nicht schlechter bewirtschaftet als in anderen Regionen, versichert Rainer Hug, Grundwasserexperte des Kantons Solothurn. Der fehlende Fluss aber sorgt dafür, dass die Probleme hier akuter sind als an anderen Orten.

Ein Mann sitzt hinter einem Feld
Legende: Grundwasserexperte Rainer Hug versucht gemeinsam mit Bauern, Bund und Kanton Lösungen zu finden. Bähram Alagheband/SRF

Die Massnahmen: Eine der Massnahmen ist, dass die Bauern weniger Frucht anpflanzen auf ihren Feldern und dafür mehr Weidefläche haben. Gras und Klee statt Getreide und Kartoffeln also – obwohl das Land im Gäu ideales Ackerland wäre.

Diese Veränderung bei der Bewirtschaftung bedeutet für die Bauern natürlich, dass sie weniger Ertrag erwirtschaften. Deshalb hilft der Bund finanziell aus.

Eine Frau mit technischen Geräten
Legende: Hannah Wey vom Centre d‘hydrogéologie Neuchatel erforscht, wie sich die Nitratwerte im Trinkwasser entwickeln. Bähram Alagheband/SRF

Die Unterstützung: Nun soll die Forschung zeigen, ob diese Massnahmen auch wirklich den erwünschten Effekt aufweisen. Dafür wurden auf einzelnen Testfeldern verschiedene Messsysteme aufgestellt.

Diese messen seit einem Jahr den Nitratgehalt im Boden in verschiedenen Tiefen. Bald sollen diese Forschungen dann auch konkrete Ergebnisse liefern.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Pia Müller (PiMu)
    Typisch für CH: 25 mlg sind vermutlich schon 100x zu hoch. Doch es wird getestet und getestet - und nichts geht gegen verseuchte Böden !!! Kein Politiker oder der BS hilft...
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    1. Antwort von Hannah Wey (Hannah Wey)
      Sehr geehrte Frau Müller Danke für Ihre Rückmeldung. Der Schwerpunkt unseres Projekts sind nicht nur die Böden, sondern das zu schützende Grundwasser, wobei natürlich ein Zusammenhang besteht. Die Politik ist schon seit dem Jahre 2000 tätig und nimmt das Problem sehr ernst, wie der Beitrag zeigt. Von "verseuchten Böden" kann übrigens keine Rede sein. Der Konsum der agronomischen Güter und des Trinkwassers im Gäu ist absolut unbedenklich.
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    2. Antwort von Hannah Wey (Hannah Wey)
      Ich muss Ihnen bezüglich des "dubiosen" Grenzwerts aus der Gewässerschutzordnung von 25 mg/l widersprechen: Selbst eine stillgelegte Wiese, die vom Bauern keinerlei zusätzlichen Dünger erhält, enthält natürlicherweise Stickstoff und zeigt Nitratauswaschung. Für weitere Fragen und Bemerkungen, welche sich auf die konkrete Datenlage beziehen und zu einer konstruktiven Diskussion ohne Anschuldigungen beitragen, dürfen Sie mich gerne kontaktieren. Mit freundlichen Grüssen, Hannah Wey
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