Nur drei «neue» reformierte Pfarrer für den Aargau

Am Sonntag lud die Reformierte Landeskirche des Kantons Aargau zur jährlichen Segnung, zur sogenannten Ordination von Pfarrern und Sozialdiakoninnen. Während im Aargau die Sozialdiakonie genug Nachwuchs hat, fehlt es nach wie vor an Pfarrern.

Ein Pfarrer segnet die drei Personen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In der Reformierten Kirche Strengelbach wurden am Sonntag zwei Pfarrer und eine Pfarrerin gesegnet. ZVG

Als Christoph Weber-Berg vor 23 Jahren Pfarrer wurde und seine Ordination feierte, tat er dies mit rund zehn weiteren Pfarrern. Als der heutige Kirchenratspräsident der Reformierten Landeskirche am Sonntag in Strengelbach die alljährliche Segnung für Pfarrer besuchte, waren es gerade mal zwei Pfarrer und eine Pfarrerin.

Schleichende Entwicklung

«Es gab nicht einen bestimmten Moment, ab dem die Pfarrer ausblieben», erinnert sich Weber-Berg. Es sei eine schleichende Entwicklung gewesen. Gründe dafür gebe es mehrere. «Damals gab es auch geburtenstärkere Jahrgänge», meint der Aargauer Kirchenratspräsident.

Zudem gab es damals in Deutschland zu viele Theologie-Absolventen. Viele davon seien in die Schweiz gekommen und konnten hier den Pfarrmangel etwas abfedern. Doch mittlerweile braucht Deutschland seine Pfarrer quasi selber.

Und Weber-Berg sieht noch einen Grund. Man müsse sich als Kirche noch etwas besser verkaufen, auch wenn es um das Amt des Pfarrers geht.

«  Man hat fast nirgendwo so viel Freiheiten wie als Pfarrer. »

Christoph Weber-Berg
Ratspräsident der Reformierten Landeskirche Aargau

Klar müsse man als Pfarrer bei einem Todesfall verfügbar sein, oder man werde in einem kleinen Dorf manchmal ganz genau beobachtet, bei dem was man tut. Aber ansonsten biete die Arbeit als Pfarrer viele Freiräume, so Weber-Berg.

Dem Pfarrermangel will die Reformierte Aargauer Landeskirche entgegenwirken, indem man junge Gymnasiasten in sogenannten Sommercamps mehr über die Arbeit der Pfarrer erzählt. Oder, in dem man den Quereinstieg ins Pfarramt ermöglicht, erzählt Weber-Berg.

Während Pfarrer noch immer Mangelware sind, sieht es bei der Sozialdiakonie deutlich besser aus. Bei der Ordination am Sonntag wurden zwei Sozialdiakonnen und zwei Sozialdiakone begrüsst.