Finanzen Stadt Olten Olten ködert Kaderleute künftig wieder mit besserem Lohn

Als die Stadt Olten finanziell noch stark angeschlagen war, wurde auch bei Kaderlöhnen von neuen Mitarbeitern gespart. Das hat nun Folgen: Bewerber sagen ab, wegen dem tiefen Lohn. Nun hat das Parlament reagiert, allerdings nur ungern und unter Bedingungen.

Die Stadt Olten hat zu stark gespart, und zwar bei den Einstiegslöhnen für Kadermitarbeiter der Verwaltung. Dieser Meinung ist die Stadtregierung, und hat am Donnerstagabend versucht, das Parlament zu einer Übergangslösung zu bewegen. Gewisse Stellen, unter anderem im Werkhof, konnten laut Stadtregierung nicht besetzt werden. Deshalb solle der Funktionslohn – in Notfällen wie diesen – um bis zu zehn Prozent erhöht werden können.

Eine Person unterschreibt ein Papier, während eine andere Person Geldnoten in den Händen hält. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Zu wenig Lohn: Das war jüngst in der Oltner Verwaltung der Grund, warum Bewerber einen Job nicht haben wollten. Keystone

Stadtpräsident Martin Wey gab noch etwas anderes zu bedenken: Aktuell sei das geltende Lohnsystem nicht attraktiv für Mitarbeiter, die bereits bei der Stadt sind. Für viele Stadtmitarbeiter gehe es mit diesem System bei einem allfälligen Aufstieg «alles andere als aufwärts», erklärte Wey.

Unheilige Allianz

Das Problem erkannt hatten daraufhin alle Parteien. Wirklich Verständnis dafür gab es allerdings einzig von FDP und CVP. Ausgerechnet SVP, SP und Grüne waren einer Meinung, nämlich gegen das Ansinnen der Stadtregierung. «Das löst Ungerechtigkeiten aus, zum Beispiel gegenüber dem bestehenden Personal», so der Grüne Gemeinderat Felix Wettstein. «Es kann ja nicht sein, dass die Leute lieber in der kleinen Gemeinde Wisen arbeiten als in Olten», fügte SP-Gemeinderat Ruedi Moor hinzu.

Am deutlichsten wurde Philipp Ruf, Gemeinderat und Präsident der SVP. Er sei selber im Bereich Personal tätig und verstehe zwar die Probleme, Leute zu finden. Aber: «So kurzfristig dürfen wir nicht denken, macht das nicht», appellierte er an den Stadtrat und ans Parlament. Er wies noch auf etwas anderes hin: «Wer sich künftig bewirbt, wird auf diese zehn Prozent pochen, da diese nun öffentlich sind», so Ruf.

Klares Ja trotz Kritik

Während die SVP sich bis zuletzt standhaft gegen die Änderung der Personalverordnung wehrte, unterstützten SP und Grüne das Vorhaben des Stadtrats. Um die offenen Stellen zu besetzen, sei eine Erhöhung des Einstiegslohnes wohl unumgänglich, so SP und Grüne.

Schliesslich beschloss der Gemeinderat grossmehrheitlich diese Änderung. Sie gilt sicher bis 2018. Danach soll das Personalreglement als Ganzes überarbeitet und verbessert werden. Auch deshalb stimmten SP und Grüne dem Anliegen zu. Man werde aber ein Auge darauf haben, dass das tatsächlich auch passiert, hiess es von beiden Parteien in der Debatte.