Zum Inhalt springen
Inhalt

Pandemie-Übung Hier würden im Ernstfall hunderte Personen am Tag geimpft

SARS, Vogelgrippe, Schweinegrippe, Ebola: Es sind solche Erreger, die in den letzten Jahren Schlagzeilen machten und die Frage aufwarfen: Wie würde die Schweiz auf eine schwere Epidemie, also eine Pandemie, reagieren? Als Reaktion darauf haben Bund und Kantone Pandemie-Konzepte ausgearbeitet. Diese sehen unter anderem Impfzentren vor.

Schriftzug Pandemie Impfzentrum
Legende: SRF

Ein solches Pandemie-Impfzentrum wurde am Freitag in der Oltner Stadthalle aufgebaut und getestet. Verantwortlich für den Aufbau und die Logistik war die Regionale Zivilschutzorganisation Olten. Sie ist eine von 12 Zivilschutzorganisationen im Kanton Solothurn. Jede von ihnen hat seit Kurzem ein Konzept, wie sie ein Pandemie-Impfzentrum betreiben könnte.

Mann mit Zivilschutz-Jacke vor Zelten
Legende: SRF

So funktionierte das Impfzentrum in Olten: In der Halle gibt es für alle Impfwilligen eine Art Rundgang. Dabei werden von Zivilschützern zunächst Personalien aufgenommen, danach muss ein Fragebogen ausgefüllt werden, und es gibt eine kurze medizinische Beurteilung, ob man überhaupt geimpft werden sollte (blaues Zelt). In den orangen Zelten wird schliesslich geimpft.

Blick auf 3-Fach-Turnhalle mit einzelnen Zelten
Legende: SRF

Der Zivilschutz ist für die Logistik zuständig. Also beispielsweise für die Einweisung des Verkehrs, für das Material und dafür, dass die Patienten immer wissen, wann sie wohin sollen. Die medizinische Abklärung und das Impfen selber übernehmen ausgebildete Fachleute, so wie Anna Tina Krucker – im «normalen Leben» Kinderärztin.

Ärztin mit Spritze
Legende: SRF

Während der Übung in Olten werden etwa 100 Freiwillige gegen Grippe geimpft. Im Ernstfall muss ein Impfzentrum mindestens 500 Impfungen pro Tag durchführen können. Ein Impfzentrum öffnet allerdings erst, wenn der Bund den Pandemie-Fall erklärt und den Kantonen die Massen-Impfung erlaubt.

Das Bundesamt für Gesundheit ist auch zuständig für die Zuteilung der Impfdosen an die Kantone. Dabei ist sehr wahrscheinlich, dass auch während einer Pandemie nie alle Einwohner geimpft werden können, schlicht weil es zu wenige Impfdosen hat.

Gemäss einem Konzept des Bundes würden dem Kanton Solothurn etwa 25'000 Dosen zugeteilt pro Woche. Dies bei einer Einwohnerzahl des Kantons von über 270'00. Es bleibt also zu hoffen, dass Pandemie-Impfzentren weiterhin nur zu Übungszwecken aufgebaut und betrieben werden.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.