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Papa Moll In Baden erfunden – aber von Bad Zurzach entdeckt und vermarktet

Papa Moll ist in aller Munde. Bald kommt der gleichnamige Film ins Kino. Papa Moll ist ein erfolgreicher Werbeträger für Bad Zurzach. Erfunden wurde die Figur aber in Baden, von der Künstlerin Edith Oppenheim-Jonas. Ihr Sohn, Roy Oppenheim, erzählt, wie Papa Moll zum Bad Zurzacher wurde.

SRF News: Ist Papa Moll denn jetzt eigentlich ein Badener oder ein Bad Zurzacher?

Roy Oppenheim: Ursprünglich ist er natürlich ein Badener. Aber die Papa-Moll-Geschichte ist ja bewusst von meiner Mutter nicht an einem bestimmten Ort oder an einer Epoche festgemacht worden, Papa Moll sollte allen Leuten etwas sagen.

Man darf das nicht so eng sehen
Autor: Roy OppenheimSohn der Papa Moll-Erfinderin

SRF News: Ihre Mutter, die Papa Moll in den 1950er Jahren erfunden hat, ist in Baden aufgewachsen, hat ihr Leben dort verbracht. Im Kursaal hatte sie ein Humorfestival veranstaltet. Und ihr Atelier in Baden ist immer noch vollständig eingerichtet vorhanden. Also ist Papa Moll doch klar ein Badener, auch wenn man das in den Geschichten nicht sieht!?

Roy Oppenheim: Meine Mutter war auch sehr verbunden mit Bad Zurzach. Sie ging jeweils ins Turmhotel essen und hat sich mit der ganzen weiten Region identifiziert, nicht nur mit Baden.

SRF News: Während man in Baden praktisch keine Spuren findet von Papa Moll, hat Bad Zurzach die Figur in den letzten Jahren als Werbeträger entdeckt. Aktuell vermarktet sich Bad Zurzach als Drehort des Papa Moll-Films. Wie kam es denn dazu, dass Papa Moll zum Bad Zurzacher wurde?

Roy Oppenheim: Meine Mutter hatte bewusst keine Ortschaften erwähnt. Auch beim Struwwelpeter kann man nicht genau sagen, wo er entstanden ist. Man darf das nicht so eng sehen. Aber Papa Moll hätte für Baden schon Potential, ich denke da zum Beispiel ans Kindermuseum.

SRF News: Sie haben die Rechte an Papa Moll an Bad Zurzach verkauft. Haben Sie denn jemals versucht, die Rechte an Baden zu verkaufen?

Roy Oppenheim: Also ich bin nicht der Verkäufer von Papa Moll im engeren Sinn. Das ist der Orell Füssli-Verlag. Wir gingen auch nicht auf die Bad Zurzacher zu, sondern sie sind auf uns zugekommen. Da fanden innovative Leute von sich aus, das sei doch noch eine Idee. Bad Zurzach hat nämlich das Problem, dass der Badeort immer mehr von älteren Leuten besucht wird. Deshalb hatte man gefunden, die Figur Papa Moll sei interessant, um auch Familien anzulocken.

SRF News: Sie sind ja selber Badener. Nehmen Sie es nicht persönlich, dass in Baden nichts von Papa Moll zu sehen ist?

Roy Oppenheim: Eine meiner Lebenserfahrungen ist: Es braucht Geduld. Gerade im kulturellen Bereich kann man nichts erzwingen. Und ganz vergessen gegangen ist Papa Moll in Baden ja nicht. Ich habe gehört, weiss aber nicht ob es stimmt, man plane einen Papa Moll-Platz in der Burghalde, wo das Atelier meiner Mutter ist.

Das Gespräch führte Stefan Ulrich.

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