Wissenschaftliche Sensation Paul Scherrer Institut entwickelt Akku der Zukunft

Lithium-Schwefel-Akkus waren bisher für Elektroautos nicht geeignet, da sie rasch an Kapazität verloren. Forscher des Paul Scherrer Instituts PSI in Villigen haben nun eine Methode entwickelt, die diesen Akkus zum Durchbruch verhelfen könnten. Sie mischten Quarzpulver in die Akku-Flüssigkeit.

Der Lithium-Schwefel Akku gilt unter Forschen als ein vielversprechender Kandidat für zukünftige Energiespeicher.

  • Vorteil: Die benötigten Materialien für diesen Akku kosten wenig, sie sind umweltfreundlich und leicht verfügbar. Der Lithium-Schwefel Akku kann theoretisch rund drei Mal so viel Energie liefern als der heute weit verbreitete Lithium-Ionen Akku.
  • Nachteil: In der Praxis gibt es mit dem Lithium-Schwefel Akku noch ein paar Probleme. Vor allem verliert der Lithium-Schwefel-Akku bei wiederholtem Aufladen schnell an Kapazität. Heutige Prototypen schaffen bei weitem nicht so viele Ladezyklen wie herkömmliche Lithiumionen Akkus. Zudem liefern sie nur einen Bruchteil der theoretisch möglichen Energie.

Waschmittel für den Akku

Solarpanels Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In Solarpanels oder in Windrädern könnten die neuen Batterien eingebaut werden. In Natels eher nicht. Keystone

In Zusammenarbeit mit der Universität Grenoble Alpes (Frankreich) haben Forscher des PSI nun eine Methode entwickelt, welche die Leistung der Lithium-Schwefel Akkus massiv verbessert.

«Die Ergebnisse des PSI sind ein wichtiger Teil um Batterien zu verbessern», sagt Petr Novak im Gespräch mit SRF. Novak ist der Leiter der Sektion für elektrochemische Energiespeicher im PSI in Villigen.

Die Forscher mischten Quarzpulver in die flüssige Komponente der Akkus. Damit lasse sich der Verlust verlangsamen. «Wir haben das Quarzpulver der flüssigen Komponente des Akkus einfach zugegeben wie Waschpulver in die Wäsche», zitiert das PSI in einer Medienmitteilung eine Forscherin.

«  Bis solche Forschung den Weg in die Industrie findet dauert es erfahrungsgemäss ein Jahrzehnt. »

Petr Novak
Leiter Sektion elektrochemische Energiespeicher PSI Villigen

Der Vergleich mit dem Waschpulver ist durchaus passend. Das Quarzpulver bindet nämlich eine Art «Schmutz» im Akku. Jener «Schmutz», der die Leistung der Lithium-Schwefel Akkus bisher massiv einschränkte.