Petition gegen Lärm und Staub: Den Kaiseraugstern stinkts

Seit über 60 Jahren befindet sich die Recycling-Firma Thommen in Kaiseraugst. Früher war das kein Problem, da die Firma ausserhalb des Dorfes stand. Unterdessen ist das Dorf um die Firma herum gewachsen. Nun stören sich Anwohner an Staub und Lärm. Und jetzt steigt der Druck auf die Politik.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Firma Thommen AG ist seit über 60 Jahren in Kaiseraugst, und ist eine wichtige Arbeitgeberin und Steuerzahlerin.
  • Früher war die Firma am Dorfrand, heute fühlen sich Anwohner durch Staub und Lärm belästigt.
  • Eine Petition mit 500 Unterschriften will die Halbierung des Staubs und Lärms bis in drei Jahren.
  • Diverse Lärmschutzmassnahmen wurden bereits getroffen. Am Besten würde die Firma umziehen, findet Gemeinderat.
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Thommen kauft Metallum Group

Wie die Firma Thommen am Donnerstag bekannt gab, kauft sie die Metallum Group aus Regensdorf. Damit hat sie Standorte in der ganzen Schweiz, in Deutschland, Belgien und Italien. Wie viel sie für die Metallum Group bezahlt hat, gibt sie nicht bekannt.

Problem nicht neu

Die Firma Thommen rezykliert Metall, Eisen oder auch alte Autos. Besonders der Auto-Schredder verursacht Lärm im Dorf. «Ab und zu wurde ein Gastank in einem alten Auto übersehen, das hat zu Verpuffungen geführt», erklärt Sibylle Lüthi, Gemeindepräsidentin von Kaiseraugst, im Gespräch mit Radio SRF.

Das Problem ist in Kaiseraugst zwar nicht neu, aber nun wehren sich über 500 der rund 5000 Einwohner mit einer Petition. Sie verlangt die Halbierung des Lärms und des Staubs bis in drei Jahren. Man nehme die Petition ernst, sagt Gemeindepräsidentin Lüthi weiter. Allerdings sei die Forderung unrealistisch.

«  Die Firma zahlt Steuern, bietet Arbeitsplätze im Dorf. Ich glaube nicht, dass Lärmschutzmassnahmen alleine helfen können. »

Sibylle Lüthi
Gemeindepräsidentin Kaiseraugst

Metallhaufen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Eisen, das aus der Höhe fallen gelassen wird: leise ist der Betrieb der Recyclingfirma nicht. Keystone

Die Firma hat zusammen mit der Gemeinde bereits diverse Massnahmen getroffen. Ein hohes Tor wurde eingebaut, das nach 45 Sekunden wieder schliesst. Zudem wurden fixe Ruhezeiten vereinbart. Momentan schafft die Firma für 600'000 Franken einen leiseren Bagger an.

Eine grosse Halle im Stil der Sondermülldeponie Kölliken?

Eine Lärmschutzwand, sieben Meter hoch, oder eine überdeckte, rieisige Halle wären Alternativen. Diese passen wiederum schlecht zum Ortsbild, findet der Gemeinderat. Ein neuer Standort für die Firma wäre ideal. Allerdings am liebsten innerhalb der Gemeinde, wegen der Steuern und der Arbeitsplätze, findet Sibylle Lüthi. Nur: Ob sich ein grosses Areal finden lässt?

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