Pflege-Lehren boomen in den Kantonen Aargau und Solothurn

Beide Kantone verzeichnen eine starke Zunahme der Lehrlinge in der Pflegeausbildung. Die aktuellen Zahlen liegen dem Regionaljournal vor. Eine Entspannung beim Fachkräftemangel ist dennoch nicht in Sicht.

Es gibt zwei Grundausbildung in der Pflege. Die zweijährige Lehre Assistent/Assistentin Gesundheit und Soziales und die dreijährige Lehre Fachfrau/Fachmann Gesundheit. Beide Lehren liegen im Trend, wie die aktuellen Zahlen zeigen, die dem Regionaljournal Aargau Solothurn vorliegen.

Pflegerin betreut eine alte Frau. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Pflegeberufe sind bei jungen Menschen beliebter. Keystone

328 Lehrlinge haben im August die dreijährige Ausbildung begonnen, das sind 13 Prozent mehr wie 2013. Bei der zweijährigen Ausbildung sind es 99 Lehrlinge - knapp 7 Prozent mehr wie 2013. Noch grösser ist der Boom in der Pflege-Ausbildung im Kanton Solothurn.

Ausbildungen mussten sich etablieren

115 junge Menschen sind im August in die dreijährige Lehre gestartet, dies ist eine Zunahme von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die zweijährige Lehre ist so beliebt, wie nie zuvor. Beide Grundausbildung sind relativ jung, die dreijährige Lehre gibt es seit 10 Jahren im Kanton Solothurn, die zweijährige Lehre erst seit 2012.

Die Ausbildungen hätten sich zuerst etablieren müssen, sagt Yvonne Zimmerman, Geschäftsführerin der Stiftung OdA Gesundheit im Kanton Solothurn, der Organisation der Pflegebranche. «Der Beruf musste zuerst bekannt werden, die Betriebe mussten Erfahrungen sammeln, nun können auch mehr Lehrstellen angeboten werden».

Werbung zeigt Wirkung

Ausserdem ist heute jeder Betrieb in der Pflegebranche dazu verpflichtet, Lehrlinge auszubilden. Dies war früher anders. Esther Warnett von der Aargauer Stiftung OdA weiss einen weiteren Grund: Werbung. Bund, Kantone, und die Pflegebranche selber hätten sich stark für die Ausbildung eingesetzt.

Zum Beispiel habe man einen Imagefilm gedreht oder Schulklassen besucht und auf diesem Weg den Beruf bekannter gemacht. Die Werbung hat also funktioniert, das Problem des Fachkräftemangels, das bestehe aber weiterhin, heisst es in beiden Kantonen. Esther Warnett weisst auf den demografischen Wandel hin.

Ungelöste Probleme

«Nun kommen wir zu den Jahrgängen mit wenig jungen Leuten, die wir rekrutieren können, und gleichzeitig werden die Menschen immer älter». Deshalb sei es wichtig, dass die ausgebildeten Pflegeleute in dem Beruf blieben, und auch nach Pausen wie zum Beispiel dem Mutterschaftsurlaub wieder einstiegen.

Yvonne Zimmerman von der Solothurner OdA rechnet damit, dass es 2015 erneut eine deutliche Zunahme gibt von Lehrlingen in der Pflegeausbildung. «Bei der Grundausbildung sind wir auf gutem Weg, in der Weiterbildung haben wir allerdings noch viel Potenzial».