Regional-Flughafen Grenchen Piloten schaffen Start und Landung auch ohne Tower

Der Flughafen Grenchen testet zu Randzeiten den Betrieb ohne Fluglotse. Laut dem Direktor bewährt sich das Vorgehen.

Kleiner Tower eines Flughafens. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Tower in Grenchen ist nur zu Bürozeiten besetzt, sonst landen die Piloten ohne externe Hilfe des Fluglotsen. SRF

Seit Ende März läuft auf dem Flughafen Grenchen ein schweizweit einmaliger Versuch. Im Tower sitzt nur zu den Bürozeiten ein Fluglotse. Von 6 bis 8 Uhr und ab 18 Uhr ist er nicht mehr besetzt, die Piloten müssen in Grenchen selber landen.

Ein Jahr lang wird dieser sogenannte Mischbetrieb getestet, nach drei Monaten zieht Flughafendirektor Ernest Oggier nun eine Zwischenbilanz. Bei 1500 Starts und Landungen ohne Towerbetrieb während der Randzeiten, habe sich kein erwähnenswerter Zwischenfall ereignet, so Oggier gegenüber SRF. Die meisten Piloten hätten über Newsletter, Homepage oder andere Wege erfahren, dass in Grenchen abends und morgens ein anderes System angewendet werde.

Man habe festgestellt, dass die meisten Flugbewegungen zu Randzeiten zwischen 18 und 19 Uhr stattfänden. Die Zahlen variierten stark von Tag zu Tag, es befänden sich aber verhältnismässig mehr Business-Jets darunter in dieser Zeit als tagsüber. Flugzeuge, welche bisher auf Hilfe aus dem Tower angewiesen waren.

Getestet wird der Betrieb ohne Tower in Grenchen, weil die Flughafenbetreiber damit Geld sparen können. Im Gegensatz zu den grossen Flughäfen, müssen die Regionalflugplätze die Flugsicherung selber bezahlen. Eine Querfinanzierung ist seit einiger Zeit nicht mehr erlaubt.

Neben dem Wegfall des Betriebs mit Fluglotsen zu Randzeiten denkt Flughafendirektor auch über andere Massnahmen nach um die Kosten zu senken. Ihm schwebt etwa ein «Tower light» vor, wie er bereits auf dem Flugplatz Samaden angewendet wird. Die Piloten erhalten dort die Anweisungen nicht mehr vom Skyguide-Lotsen sondern bei Bedarf von einem Flughafenmitarbeiter per Funk.