Playoff-Aus: «Der EHCO konnte seine Stärken nicht ausspielen»

Als Favorit stiegen die Powermäuse in die Halbfinal-Serie der NLB. Der Traum vom Pokal und von einem allfälligen Aufstieg in die höchste Schweizer Liga ist nun aber einmal mehr geplatzt. Trotzdem will der EHC Olten weiter an diesen Zielen arbeiten.

Mann mit grauen Haaren und Winternjacke. Im Vordergrund ein Eishockeyspieler. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Sportchef Köbi Kölliker muss über die Bücher. Keystone

Für den Qualifikations-Dritten EHC Olten ist die Saison vorbei. Auch der Trainerwechsel nützte nichts mehr - Köbi Köllikers Team scheidet im Playoff-Halbfinal in der NLB nach einem 0:3 bei Ajoie aus.

«  Ajoie konnte sich im richtigen Moment zusammenreissen. Sie waren einfach stark.  »

Köbi Kölliker
EHCO-Sportchef und Interimstrainer

Der Sportchef und Internimstrainer erklärt gegenüber Radio SRF, dass sich die Jurassier hätten stabilisieren können gegen Ende der Saison. Das sei wohl mit ein Grund für das Ausscheiden des EHCO. Hinzu käme, dass sein Klub seine Stärken nie richtig hätte ausspielen können.

«  Wir hatten zu viele Ups and Downs, konnten unsere Stärken nie richtig ausspielen. Das wurmt mich. »

Köbi Kölliker
Sportchef EHCO

Kölliker möchte nach dem Aus im Playoff-Halbfinal nun «tiefer in die Mannschaft hineinschauen». Voreilige Schlüsse seien jedoch nicht angebracht, man müsse zuerst über die Bücher. Klar ist aber, dass der EHCO-Sportchef weiterhin den Aufstieg in die NLA als Ziel vor Augen hat.

Kölliker gibt zu Bedenken, dass es zwar ein langer Weg sei, dass man zuerst den NLB-Meistertitel holen müsse, aber: «Wenn man erst einmal den NLB-Pokal hat, dann ist alles möglich, denn dann funktioniert die Mannschaft und hat Selbstbewusstsein getankt.»

Sportliche Rache von Ajoie

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Ajoie und der Playoff-Final

Ajoie spielt im Final gegen die Rapperswil-Jona Lakers um einen der grössten Erfolge in der Klubgeschichte. Erst einmal, vor 24 Jahren, gewann Ajoie den NLB-Meistertitel. Die Finalserie in der NLB beginnt am Sonntag. Sollte Ajoie gewinnen, gäbe es keine Ligaqualifikation. Ajoie hat schon vor der Saison erklärt, dass es nicht aufsteigen will.

Die letzte Playoff-Halbfinal-Partie stand im Zeichen der «sportlichen Rache» von Goalie Gauthier Descloux und Stürmer Steven Barras. Die beiden Schlüsselspieler Ajoies hatten am Freitag das vierte Halbfinalspiel nach unschönen Oltner Attacken wegen Verletzungen nicht beenden können.

Vier Tage später avancierten sie zu Ajoies Helden: Gauthier Descloux brillierte nach seiner leichten Hirnerschütterung mit 24 Paraden und einem Shutout, und Steven Barras, der wegen des Nasenbeinbruchs mit Gesichtsschutz spielte, erzielte nach 16 Minuten das wegweisende 1:0.

Von Olten war nichts zu sehen. Die Feuerwehrübung, mit der Sportchef Köbi Kölliker seinen Trainer Heikki Leime in die Wüste schickte und selber wieder an die Bande stand, fruchtete nichts. Olten wurde im kapitalen sechsten Spiel ebenso dominiert wie vorher in den Partien 2 und 4.

Goalie-Wechsel bringt nichts

Nach 40 Minuten lautete das Schussverhältnis 26:12 zu Gunsten Ajoies. Nur weil die Jurassier im Abschluss sündigten und zuweilen auch Pech bekundeten, durfte Olten bis zur 54. Minute hoffen. Sechs Minuten vor Schluss gelang aber Thomas Büsser, der Leihgabe des EHC Winterthur, das 2:0 für Ajoie. Und 131 Sekunden vor Schluss stellte Dario Kummer mit dem 3:0 ins leere Tor den Heimsieg der Pruntruter endgültig sicher.

Auch Köllikers auffälligste Änderung in der Aufstellung zahlte sich nicht aus. Goalie Kevin Huber, der in den letzten beiden Partien den Vorzug gegenüber Matthias Mischler bekam, sah sowohl beim ersten wie beim zweiten Gegentor nicht gut aus.

In der Qualifikation hatte Olten gegen Ajoie vier von fünf Spielen und alle Auswärtsspiele in Pruntrut gewonnen. In den Playoffs verloren die Oltner in der Patinoire Voyeboeuf hingegen 1:2, 1:6 und 0:3.