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Kein Ersatz fürs Zürcher Knabenschiessen oder die St. Galler Olma, aber immerhin... Besuch im Chilbi-Park Zuchwil
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 20.06.2020.
abspielen. Laufzeit 03:42 Minuten.
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Pop-Up-Freizeitpark in Zuchwil Einzige Chilbi der Schweiz als Hoffnungsschimmer für die Branche

Keine Achterbahn, kein Karussell, keine Putschibahn. Keine Zuckwerwatte, kein Magenbrot, keine gebrannten Mandeln. Kein Dosenwerfen, kein Pfeilschiessen, kein Boxautomat... Die Corona-Pandemie hat die diesjährige Chilbi-Saison bisher zünftig vermiest und bedroht damit eine ganze Branche. Viele Schausteller-Familien haben bis voraussichtlich Ende August keine Verdienstmöglichkeiten.

Aus der Not heraus haben sich rund zehn Schausteller-Familien aus dem Mittelland zusammengeschlossen und eine Möglichkeit gesucht, um die verpatzte Saison wenigstens noch ein bisschen zu retten. Am Samstag haben sie in einem Winterquartier in Zuchwil einen Pop-Up-Vergnügungspark eröffnet. Die Idee dazu hatte Mike Bauer. Er erzählt im Interview von der schlimmen Situation der Schausteller und der Bedeutung des kleinen Chilbi-Parks in der Agglomeration Solothurns.

SRF: Ist der Chilbi-Park hier in Zuchwil ein Ersatz für das normale Sommergeschäft?

Mike Bauer: Nein, überhaupt nicht. Wir haben natürlich auf den normalen Grossveranstaltungen viel mehr Leute und ganz andere Besucherzahlen, das können wir hier gar nicht umsetzen. Für uns Schausteller heisst es momentan immer nur Warten und Warten. Aber das Warten liegt nicht in der Natur der Schausteller, wir warten nicht gerne und stehen immer unter Strom und immer in Action. Darum haben wir jetzt gesagt, wir machen diesen Chilbi-Park, der auf Familien ausgelegt ist, aber ein Ersatz für die normale Saison ist das niemals.

Kinderkarussell mit bunten Wagen
Legende: SRF

Es gibt hier also auch nicht die ganz grossen und wilden Bahnen?

Nein, die haben wir schon aufgrund des Lärms nicht. Wir wollten nicht, dass man das Geschrei der Damen, wenn sie in 30 Meter Höhe den Looping machen, in der Stadt Solothurn hört, das hört man nämlich extrem weit. Und auch die Getriebe und Motoren der Bahnen machen ein enormes Geräusch. Bei einer Grossveranstaltung mit 100'000 Leuten merkt man das nicht, aber hier im Industriegebiet wäre es einfach zu laut. Wir wollen eine ruhige Veranstaltung hier.

Kleine Wildwasserbahn
Legende: SRF

Wie ist denn die Situation der Schausteller im Moment?

Es ist eine Katastrophe. Die meisten von uns haben auch neue Investitionen gemacht. Das sieht man auch bei uns, das sind alles neue Fahrgeschäfte hier, alles nach neuester Norm, weil das einfach nötig ist, wenn man vorne dabei bleiben will. Und nach diesen Investitionen heisst es vom Bund plötzlich: wir haben ein Arbeitsverbot. Und wenn man fragt, wie geht es weiter oder gibt es eine Entschädigung, dann heisst es immer nur Warten. Das ist schlecht, ich weiss gar nicht, wie ich es sonst sagen soll. Einfach eine ganz grosse Katastrophe.

Stand mit Zuckerwatte, Magenbrot und gebrannten Mandeln
Legende: SRF

Und doch ist jetzt die Hoffnung da, dass mit diesem Park, den Sie bis Ende August betreiben, ein paar Einnahmen erzielt werden können?

Ja natürlich ist diese Hoffnung da. Sie sehen ja, wir haben uns hier richtig Mühe gegeben mit dem Park und dem Dekor. Aber halt nur spezifisch für Familien. Das heisst, wir haben nach wie vor sehr teure Fahrgeschäfte in unserer Lagerhalle in Biberist stehen, mit Kosten im Millionenbereich. Und aktuell heisst es halt, lasst die mal dort stehen. Ich finde das eine Katastrophe, und dass das dem Bund egal ist, finde ich sehr schlimm.

Das Gespräch führte Alex Moser.

SRF1, Regional-Diagonal Magazin, 12:03 Uhr;

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