Private patrouillieren im Solothurner Schwarzbubenland

Tag für Tag erscheinen die Kriminalstatistiken der einzelnen Kantone. In vielen Kantonen bleibt die Anzahl Einbrüche hoch oder steigt weiter. Vor allem grenznahe und autobahnnahe Gebiete sind betroffen. Im Solothurner Schwarzbubenland sollen nun private Sicherheitsfirmen für mehr Sicherheit sorgen.

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Private Sicherheitsfirma im Einsatz gegen Kriminaltouristen

3:33 min, aus Schweiz aktuell vom 28.3.2014

«Good job, boy. Bravo Bruce», dies Lobworte ertönen immer wieder, wenn Felix Maissen der «Silent Dog Security» zusammen mit seinem Hund Bruce unterwegs ist. Das Team ist jede Nacht gemeinsam für die Sicherheit unterwegs. Das oberste Ziel der beiden ist die Prävention. Schon häufig sei es ihnen gelungen, dank ihrer Präsenz Einbrecher zu verjagen.

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Bildlegende: Auf Patrouille im Solothurnischen Witterswil. SRF

Sicherheitspatrouille mit Hund wirkt

«Die meisten Einbrecher hauen ab, sobald sie uns sehen», erzählt Felix Maissen. So zum Beispiel vor wenigen Tagen in einer Gärtnerei in der Region. «Der Hund hat angegeben, hat geknurrt. Ich habe dann mit der Taschenlampe das Gelände abgesucht und zwei Typen gesehen. Als sie den Hund bellen hörten, flüchteten sie sofort», erklärt Maissen den Vorfall.

Die Auftraggeber des privaten Sicherheitsdienstes sind verschieden – die betroffene Gärtnerei, aber auch die Gemeinden Witterswil und Hofstetten-Flüh zählen dazu; hinzu kommen diverse private Kunden. In Witterswil patrouilliert «Silent Dog Security» jede Nacht eineinhalb Stunden. «Die Einbrüche haben zugenommen, so ist der Druck auf den Gemeinderat gestiegen», erzählt der Gemeindepräsident Mark Seelig. «Deshalb haben wir uns entschlossen eine private Sicherheitsfirma zu engagieren. Bis anhin hatten wir aus der Bevölkerung nur gute Rückmeldungen. Die Leute fühlen sich sicherer.»

Prävention –aber nicht mehr

Im Team der «Silent Dog Security» ist nebst Felix Maissen auch Fabian Maissen. Die beiden sind je mit einem Hund unterwegs. Fabian Maissen hat die Firma vor einem Jahr von seinem Vater übernommen. «Für meine Ausbildung war ich zwei Jahre im Militär. Zudem habe ich noch eine Zusatzausbildung gemacht, zum Beispiel in Objekt- und Werkschutz.»

Die Kantonspolizei steht den privaten Sicherheitsfirmen neutral gegenüber. Ihrer Meinung nach, steht es den Gemeinden offen, ob sie dies machen wollen. «Man muss einfach wissen, dass diese privaten Patrouillien nur präventiv tätig sein dürfen. Das heisst, wenn sie zum Beispiel einen mutmasslichen Einbrecher beobachten, dürfen sie ihn anhalten bis die Polizei kommt», erklärte die Sprecherin der Kantonspolizei Solothurn, Melanie Schmid, gegenüber der SRF-Sendung Schweiz Aktuell.