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Legende: Video Schulleiter und Eltern haben genug von Notlösungen abspielen. Laufzeit 04:55 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 07.06.2019.
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Qualitativer Lehrermangel Schulleiter und Eltern haben genug von Notlösungen

Legende: Video Aus dem Archiv: Notfallplan gegen Primarlehrer-Mangel abspielen. Laufzeit 04:27 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 28.02.2019.

Die Situation: Im Kanton Glarus unterrichtet bald ein Lehrer der Primarstufe Sekundarschüler. Im Kanton Bern springen regelmässig Studenten der Pädagogischen Hochschule ein, wenn zu wenig Lehrer da sind. Ausserdem werden pensionierte Lehrer reaktiviert. Im Aargau sind aktuell noch rund 300 Stellen nicht besetzt. Und an manchen Schulen werden die Fächer Werken und Sport teilweise von Schreinern beziehungsweise Fussballtrainern geleitet.

Das Problem: Einerseits gibt es zu wenig Lehrer, andererseits aber auch zu wenig gut qualifizierte Lehrer. Der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer spricht von einem «qualifizierten Lehrermangel». Ein Beispiel: Philipp Grolimund ist Schulleiter in Windisch (AG), er sucht aktuell noch einen Klassenlehrer und 2 weitere Lehrer. Schulbeginn ist zwar erst Mitte August, «aber während den Ferien finde ich niemanden mehr». Die Zeit läuft. Es sei schwierig, Personen zu finden, die entsprechend der Schulstufe ausgebildet sind. «Dann müssen wir zu den unbefriedigenden Notlösungen greifen», meint Grolimund und erwähnt Studenten oder Lehrer, die nicht für die entsprechende Stufe ausgebildet seien.

Die Gründe: In den Kantonen Aargau und Bern sind die Löhne im Vergleich mit anderen Kantonen – besonders mit Solothurn – deutlich tiefer. Es gibt aber auch Gründe, die schweizweit gelten: Aktuell werden besonders viele Lehrer pensioniert. Gleichzeitig bleiben aber bei weitem nicht alle Studienabgänger dem Lehrerberuf treu. «Es ist bekannt, dass die Hälfte der jungen Lehrer nach fünf Jahren nicht mehr im Beruf tätig sind», so Grolimund.

Die Folge: Schulleitungen müssen sich häufiger mit Notlösungen beschäftigen und Lehrpersonen anstellen, die im Alltag zusätzliche Unterstützung brauchen. Dies sei eine zusätzliche Belastung für die übrigen Lehrer, so der Aargauer Lehrer Grolimund. Für die Schüler sei dies natürlich auch nicht optimal. «Ausserdem sind viele Eltern verärgert, dass ihr Kind nicht das gleiche Bildungsangebot bekommt wie andere, weil kein adäquater Lehrer vorhanden ist.»

Was tun? Für die Anstellung von Lehrern sind die Gemeinden zuständig. Für genügend Lehrer zuständig sind die pädagogischen Hochschulen wie beispielsweise die Fachhochschule Nordwestschweiz in den Kantonen Aargau, Solothurn, Basel-Stadt und Baselland. Befragt zur aktuellen Situation, meint der Abteilungsleiter Volksschule im Aargau, die Lage sei ernst, aber nicht dramatisch. «Die Löhne werden per 2021 angepasst», erklärt Christian Aeberli. Ausserdem versuche man, in Deutschland und Österreich passende Lehrer zu finden. Studenten oder pensionierte Lehrer unterrichten zu lassen, sieht er aber nicht als Notlösung, sondern als «Win-Win-Situation»: Studenten könnten früher Praxiserfahrungen sammeln und Pensionierte könnten im Teilzeitstudium weiterarbeiten.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Rolf Bolliger  (jolanda)
    Unter den "Gründen", warum so viele Lehrer fehlen, wird tunlichst ein wichtiger Hauptgrund tabuisiert: Wenn in einer Klasse von den 24 Kinder nur noch 2-3 einheimische, deutsch sprechende Schüler(innen) unterrichtet werden müssen, Gewalt gegen Lehrer (durch schlechte, unintegrierte Migrantenkinder) bald zum Alltag gehört und viele Eltern nie an den "Elternabenden" teilnehmen, wirft manch (noch gut motivierter) Lehrer schnell mal das "Handtuch" und wechselt den Beruf! Warum wird das nie erwähnt?
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