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Legende: Audio Wenn Millionen Liter Wasser spurlos verschwinden abspielen. Laufzeit 02:07 Minuten.
02:07 min, aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 12.06.2019.
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Rätsel um Wasserverlust In Tägerig sind 40 Millionen Liter Trinkwasser verschwunden

  • In der Schweiz gehen jedes Jahr über 120 Milliarden Liter Wasser verloren. Sie verschwinden zwischen Reservoir und Wasserhahn.
  • Häufig sind Lecks in den alten Leitungen für den Wasserverlust verantwortlich.
  • Noch nicht geklärt ist ein krasser Fall im Aargauer Dorf Tägerig: In der 1500-Seelen-Gemeinde ist letztes Jahr ein Drittel des Trinkwassers verschwunden.

Der zuständige Gemeinderat Christian Vogel steht vor einem Rätsel: «Unser Wassernetz ist in einem sehr guten Zustand. Das irritiert dann natürlich. Wo geht das Wasser denn weg?». 40 Millionen Liter Trinkwasser sind letztes Jahr in Tägerig verschwunden. Das Reservoir haben 127 Millionen Liter verlassen, rund ein Drittel ist also nicht bei den Häusern angekommen.

Aktenzeichen xy ungelöst

An einen Wasserdieb glaubt Vogel nicht. Würde für einen kurzen Moment viel mehr Wasser verbraucht, würde man dies bemerken. Aber auch ein grosses Leitungsleck schliesst er aus: «Das gäbe ein Moorgebiet, wenn irgendwo so viel Wasser rausfliessen würde». Zudem würde dann auch in der Nacht viel Wasser verloren gehen. In Tägerig verschwindet das Wasser aber vor allem am Tag.

40 Millionen Liter gehen ins Nirvana – das ist natürlich sehr unerfreulich für eine Wasserversorgung.
Autor: Christian VogelGemeinderat Tägerig

Wasserleitungen sind nie ganz dicht, ein gewisser Wasserverlust ist normal. Vorletztes Jahr sind in Tägerig 27 Millionen Liter verloren gegangen. 40 Millionen seien aber eine «Gewaltsmenge», meint Christian Vogel. Der Gemeinderat geht dem Wasserverlust nun auf den Grund, noch hat er das Rätsel nicht gelöst.

Leitungen
Legende: Wasserleitungen im Reservoir Etziken SO. SRF/Marco Jaggi

Tägerig ist nicht allein. Praktisch jede Gemeinde beklagt den Verlust von Trinkwasser im Leitungsnetz. Schweizweit beträgt der Wasserverlust 13 Prozent. Das sind über 120 Milliarden Liter Trinkwasser, die verloren gehen.

Oft sind alte, kaputte Wasserleitungen für den Verlust verantwortlich. Einige Gemeinden haben deshalb moderne Überwachungssysteme installiert – mit Erfolg. Das jurassische Pruntrut zum Beispiel konnte den Wasserverlust innerhalb von sechs Jahren von 48 auf 12 Prozent senken.

Tägerig verliert nicht nur Wasser, sondern auch Geld. Die Frischwasser-Gebühren für das verlorene Trinkwasser betragen rund 50'000 Franken. Hinzu kommen entgangene Abwasser-Gebühren von nochmals rund 70'000 Franken. In der kleinen Gemeinde entspricht das mehreren Steuerprozenten.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Alexander Gretler  (gretleal)
    Liebes SRF Team

    Wir haben unlängst für eine andere Gemeinde ein solches Problem anhand statistischer Daten und mathematischer Modelle gelöst. Damit ist es möglich den Wasserverlust regional einzugrenzen und Reparaturen punktuell durchzuführen. Ausserdem wird ein Monitoring eingerichtet, welches über neue Lecks oder Anomalien informiert. Eventuell wäre dies auch für andere Gemeinden von Interesse?
    Dann können Sie sich melden bei
    Info@clearbyte.ch
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  • Kommentar von Alexander Gretler  (gretleal)
    Liebes SRF Team

    Wir haben unlängst für eine andere Gemeinde ein solches Problem anhand statistischer Daten und mathematischer Modelle gelöst. Damit ist es möglich den Wasserverlust regional einzugrenzen und Reparaturen punktuell durchzuführen. Ausserdem wird ein Monitoring eingerichtet, welches über neue Lecks oder Anomalien informiert. Eventuell wäre dies auch für andere Gemeinden von Interesse?
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  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Das Trinkwasser ist schlicht zu billig und die Wasserversorgungen haben kein Geld für Keck untersuchungen und Leitungserneuerungen im "Wasserschloss Schweiz"! Schon etwas bedenklich!
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