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Verkehrsbetriebe müssen Balance finden zwischen Ausdünnung im Fahrplan und Dichtestress im Bus
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 31.03.2020.
abspielen. Laufzeit 02:14 Minuten.
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Reduzierter Fahrplan Der ausgedünnte Fahrplan sorgt für volle Busse

Abstand halten ist das oberste Gebot. Da viele Menschen inzwischen ihre Wohnungen und Häuser kaum mehr verlassen, haben die Verkehrsbetriebe in der Schweiz ihr Angebot drastisch reduziert. Schrittweise seit gut einer Woche. Aktuell gilt in der Regel eine Art Sonntagsfahrplan.

Doch gerade in Stosszeiten sind einzelne Busse im Nahverkehr immer noch stark belegt, alle Sitzplätze besetzt. Eine gefährliche Situation, die gemäss den aktuell geltenden Gesundheitsvorschriften eigentlich nicht sein dürfte.

Zu früh für Anpassungen im Fahrplan

«Wir haben gehört und gesehen, dass es in gewissen Bussen eng war», erklärt Fabienne Thomen vom Busbetrieb Solothurn und Umgebung (BSU). Die Linien des BSU fahren im Stundentakt, nur die Hauptlinie 1 zwischen Recherswil und Solothurn verkehrt noch alle 30 Minuten. «Wir sind daran zu schauen, wo es punktuell noch Feinjustierungen braucht. Da es doch noch einzelne Kurse mit mehr Fahrgästen hat.»

Aber es sei schwierig, nach wenigen Tagen schon eine Bilanz zu ziehen. Der neue, reduzierte Fahrplan gilt seit letzter Woche. «Deshalb ist es wichtig, noch eine Woche abzuwarten und unsere eigenen Erkenntnisse sowie Kundenrückmeldungen zu analysieren.»

Ein Bus an einer Haltestelle, rechts gross das Logo von BSU
Legende: Einzelne Buslinien werden vor allem zu den Pendlerzeiten weiterhin sehr stark genutzt. SRF

Kein dichterer Fahrplan, aber mehr Busse

Ähnlich klingt es beim Busbetrieb Aarau. Geschäftsführer Peter Baertschiger erklärt auf Anfrage, dass man auf gewissen Linien die Kapazitäten erhöhen wolle. «Konkret verstärken wir einzelne Linien mit sogenannten Beiwagen. Es fährt also einfach ein zweiter Bus dem anderen hinterher.» An gewissen Tagen habe man dies bereits so gelöst, sagt Baertschiger weiter.

Allerdings: Den Fahrplan anpassen, wieder mehr Kurse einplanen, das will Baertschiger nicht. «Wir wollen ja die Leute nicht animieren, dass sie wieder mehr Bus fahren. Und zudem könnten ja auch unsere Chauffeure krank werden, dann könnten wir einen dichteren Fahrplan gar nicht mehr einhalten.»

Es bleibt eine schwierige Balance für die Verkehrsbetriebe: Sie müssen so viele Kapazitäten bereitstellen, dass die Fahrgäste den vorgeschriebenen Abstand einhalten können. Und sollten gleichzeitig dafür sorgen, dass sich die Menschen an die Vorgaben des Bundes halten. Diese sagen eigentlich, dass man den öffentlichen Verkehr meiden soll.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 06:32 Uhr;

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Tim Luethi  (timluethi)
    Möglichst bald alle Läden unter Vorbehalt öffnen und die Kurve im Auge behalten, im Moment tendiert die Kurve gegen Null, das provoziert zwangsläufig eine weitere Welle. Weil man die Massnahmen ja nicht ewig aufrecht erhalten kann. Besser jetzt schon leicht lockern, dafür langsamer. Zu lange Abwarten produziert unvorhersehbare Gefahren, welche schlussendlich mehr Leid verursacht.
    1. Antwort von Christian Weber  (CWeb)
      Ganz genau. Wenn sich der Trend fortsetzt, sind wir bald in den wieder in zweistelligen Zahlen, und ich will den Gastwirt oder Coiffeur sehen, der dann seine Ladenschliessung noch für gerechtfertigt hält... Lieber kontrolliert hoch halten als blind in die nächste Welle rennen.
  • Kommentar von Christian Weber  (CWeb)
    Seit einigen Tagen sind ist die Zahl der Neuinfektionen tendenziell rückläufig. Ich frage mich langsam, was das Ziel ist? Auf Null kommen wir wohl noch einige Jahre nicht, und auf einen Impfstoff warten (der eigentlich 3 Jahre Tests durchlaufen müsste, um Langzeitnebenwirkungen auszuschliessen) ist keine Option, irgendwann gehen Geld und Nerven aus. Also würde ich mal behaupten, dass es nicht so schlimm ist, wenn man jetzt da und dort ein gewisses Ansteckungsrisiko hat. Kurve flach halten.
    1. Antwort von Christian Weber  (CWeb)
      Ergänzung: Das Wort "Durchseuchung" will niemand hören, aber es ist unsere einzige Option. Oder wollen wir 3 Jahre Isolation, Kurzarbeit, geschlossene Schulen, de facto Abschaffung aller Kulturbetriebe, Überbrückungskredite bis zur Endlosverschuldung? Eine Konstante Zahl der Infektionen sollte das Ziel sein. So, dass das Gesundheitswesen mithalten kann. Andere Vorschläge?
    2. Antwort von Hans Bernegger  (hbernegger)
      Die Analyse, dass jetzt die Ansteckungen sinken, ist verfrüht. Wenn wir die Ansteckungen konstant halten wollen, müssen wir diese aktuellen Massnahmen beibehalten, weil die Disziplin ja wohl auch eher nachlässt.. Noch sehr lange: Rechnen Sie mal aus wie lange eine Durchsuchung bei täglich 1000 Neuinfizierten dauert. Es wäre sinnvoll, jetzt noch lediglich zwei Wochen gar zu verschärfen und nachher mit Testen an Grenze und Handy-Tracking die wenigen Fälle konstant zu halten. Rest wieder öffnen.
    3. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      Es geht und das wurde so oft gesagt, darum, die Infektionswelle abzuflachen, Infektionsketten zu unterbrechen und damit auch das Gesundheitssystem vor einer Überlastung zu schützen. Dies führt zu einer langsameren aber stetigen Immunisierung von Teilen der Bevölkerung, ohne tausende Patienten gleichzeitig in den Krankenhäusern. Und es gibt uns Zeit Behandlungspläne zu entwickeln und entsprechende Wirkstoffe zu testen. Später kann eine Impfung Immunität ermöglichen ohne zahlreiche Tote.
    4. Antwort von Markus Hunziker  (MH1)
      Bis jetzt waren in der Schweiz gerade 0.2% infiziert. Wenn die Dunkelziffer 5 mal höher liegt wären wir bei 1%. Eine Durchseuchung mit der flachen Kurve würde also schon mehrere Jahre dauern.
    5. Antwort von Christian Weber  (CWeb)
      Hans Bernegger: Natürlich ist es früh, aber die Kurve zeigt nach unten (in fast allen Kantonen, übrigens). In Anbetracht der Inkubationszeit kann man schon davon ausgehen, dass sich dieser Trend fortsetzen wird. Wenn wir dann bei noch 50 Infektionen täglich sind, zieht kein Argument mehr für die Massnahmen. Also alles wieder aufmachen... Die 2. Welle kommt dann einfach später, ist wieder unberechenbar und der Spass beginnt von vorne. Deswegen: Lieber jetzt gezielt etwas lockern.
    6. Antwort von Christian Weber  (CWeb)
      Michel Koller: Habe nichts Anderes gesagt...?
    7. Antwort von Christian Weber  (CWeb)
      Markus Hunziker: Klar, ich weiss dazu nichts Genaues, aber von denen, die ich kenne, welche die Symptome hatten, wurde niemand getestet. Dazu kommen die, welche gar keine Symptome hatten. Man kann m.E. von einer deutlich höheren Zahl hinter der Dunkelziffer ausgehen. Leider kommt die Auflösung erst, wenn grossflächig auf Antikörper getestet werden kann. Und auch das wird wohl noch Monate dauern.
    8. Antwort von Hans Bernegger  (hbernegger)
      Einverstanden, dass bei einer zweiten Welle alles von vorne losgeht. Aber warum sollte die nicht kommen, wenn wir jetzt schon öffnen?
      Die Dunkelziffer lässt sich übrigens m.E. relativ klar mit der Sterblichkeit abschätzen, man hatte mit der Diamond Princess ja das entsprechende Versuchslabor. Real dürfte man bei derzeit 50'000 Infizierten liegen und täglich kommen 5000 hinzu. Momentan ist es für die Spitäler erträglich. Für eine Durchsuchung dauert es allerdings so 4 Jahre.