Regierung und Lehrerverband wollen nicht zurück zu Kleinklassen

Schüler, welche Probleme beim Lernen haben, gehen heute in die normale Schule. Heilpädagogen unterstützten sie. Damit soll nun im Aargau Schluss sein. Bürgerliche Politiker wollen weg von der integrativen Schule und zurück zu den Kleinklassen. Regierung und Lehrerverband denken anders.

Lehrerin und Schüler Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Integrative Schule, oder doch das Modell mit den Kleinklassen? Aargauer Gemeinden können wählen. Keystone

Seit etwa zehn Jahren bauen Aargauer Gemeinden ihre Schulen um. Schüler mit Lernschwierigkeiten besuchen die normale Schule, und werden dabei besonders unterstützt. Gegen dieses Schulsystem regt sich jedoch Widerstand.

Die SVP und FDP verlangen im Aargauer Kantonsparlament, dass die integrative Schule wieder abgeschafft wird. Soweit geht die CVP zwar nicht. Aber auch sie stellte das Schulsystem in Frage.

Hohe Kosten und zu wenig Wissen

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Aargauer Lehrerverband dagegen

Aargauer Lehrerverband dagegen
  • Die integrative Schule sei nicht verhandelbar, das Meiste sei vom Bund vorgeschrieben, sagt Elisabeth Abbassi, Präsidentin des Aargauer Lehrerverbandes ALV, im Interview mit Radio SRF.
  • Bis jetzt können die Gemeinden wählen, welche Schulform sie wollen. Der Kanton soll nicht vorschreiben, ob es Kleinklassen gibt oder nicht, findet der ALV.

Es stehen verschiedene Kritikpunkte im Raum. Die SVP findet etwa, dass sich die Realschüler wegen der integrativen Schule weniger Wissen aneignen können. Damit hätten sie dann vermehrt Mühe eine Lehrstelle zu absolvieren.

Die FDP kritisiert auch die Kosten. Im Jahr 2011 hätte die integrative Schule noch 27 Millionen Franken gekostet. Heute seien es 44 Millionen, und es werde stetig teurer.

Die Aargauer Regierung entgegnet, dass man mit dem Wechsel von der integrativen Schule hin zu den Kleinklassen gerade einmal 0,6 Millionen Franken sparen würde. Zudem bräuchte es in den Gemeinden viel mehr Schulzimmer.

72 Prozent finden Lehrstelle oder Praktikumsplatz

Weiter sagt die Regierung, dass die schwachen Schüler auch mit der integrativen Schule Lehrstellen fänden. In der Realschule würden sieben von zehn Schüler den Schritt in die Berufswelt schaffen, dies sei eine gute Quote, findet die Regierung.

Als nächstes entscheidet nun das Kantonsparlament ob man an der integrativen Schule festhält, oder ob man wieder zurück zu den Kleinklassen geht.