Regierungsratswahlen 2017: Solothurner SP geht auf Nummer sicher

Wie mutig ist die SP Kanton Solothurn? Um diese Frage drehte sich der Parteitag der Sozialdemokraten am Donnerstag. Soll die SP mit einer Kandidatur den einen Regierungssitz verteidigen und auf Nummer sicher gehen oder soll die Partei etwas wagen, mit zwei Kandidaten?

Abstimmung zur Anzahl der Kandidaten mit roten Stimmkarten im Saal des Oltner Hotels Arte. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Entscheid fiel klar aus: Eine grosse Mehrheit der Solothurner SP wollte nur einen Kandidaten ins Rennen schicken. Bähram Alagheband/SRF

«Mit zwei Kandidaten anzutreten ist politischer Selbstmord», meint der Bettlacher SP-Kantonsrat Mathias Stricker. «Wir gehen ein kleines Risiko ein und nutzen eine grosse Chance», kontert der Gerlafinger SP-Ständerat Roberto Zanetti, «und wir geben den Wählern ein Signal».

Die Meinungen am Parteitag der SP Kanton Solothurn vom Donnerstag waren geteilt. Soll die SP bloss eine Kandidatin oder einen Kandidaten aufstellen für die Regierungsratswahlen im März 2017, oder soll die Partei mutig sein und ein Zweierticket bringen?

SP hat keinen Bisherigen am Start

In der Diskussion gab es viele Argumente für beide Szenarien, doch die Befürworter der Einerkandidatur waren in der Mehrzahl. Angesichts der Ausgangslage solle man lieber vorsichtig handeln, erklärte Franziska Roth als SP-Parteipräsidentin die mehrheitliche Meinung in der Geschäftsleitung.

«Wir müssen mit Peter Gomm einen Bisherigen ersetzen und können nicht wie sonst einen Bisherigen nominieren und ausserdem einen Neuen bringen», meinte Franziska Roth vor der Diskussion.

Angst vor dem Szenario «Basel-Land»

Es sei ausserdem zu riskant, die linken Stimmen auf zwei Kandidaten zu verteilen. Am Schluss stehe die Solothurner SP so da wie die im Kanton Basel-Land, meinte Roth: «Nämlich ohne Regierungsrat. Diese SP-Kantonalpartei hatten bei den letzten Wahlen zwei Kandidaten nominiert und am Schluss keinen in die Regierung gebracht.»

Und so stimmten die Genossen schliesslich der Einerkandidatur zu: 94 Delegierte wollten nur eine Kandidatur, 13 waren für ein Zweierticket. Hinzu kam eine Enthaltung. Am Schluss des Parteitages zeigte sich Franziska Roth zufrieden, man sei auf der sicheren Seite, und das sei gut so.

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Gerlafinger setzten sich nicht durch

Zu den Unterlegenen gehört vor allem die SP Gerlafingen, welche den Antrag für eine Zweierkandidatur am Parteitag eingebracht hatte. Aus gutem Grund: Mit SP-Nationalrat Philipp Hadorn hat die Ortspartei jemanden, der gerne Regierungsrat werden möchte. Er ist allerdings nicht der erste, der sich gemeldet hat. Ihm zuvor kam die SP-Kantonsrätin Susanne Schaffner. Ihre Ortspartei, die Oltner SP, hatte sie bereits Anfang Juli nominiert.

Wer von beiden nun für die SP Kanton Solothurn ins Rennen steigen wird, ist noch unklar. Beide wollen - auch nach dem Parteitag in Olten - immer noch kandidieren, wie sie gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF bestätigt haben.

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