Rothrist ist Hochburg des Inlinehockeys

Der Inlinehockeyclub IHC Rothrist hat dieses Jahr Grosses vor: Meisterschaft und Cup gewinnen, so lautet die Vorgabe des Vorstandes. Kopf des Ganzen: Präsident Marco Eicher.

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Bildlegende: Marco Eicher, Präsident des Inlinehockeyclubs Rothrist. Er würde gern mit seinem Verein Schweizer Meister werden. SRF

Zum Verständnis: Inlinehockey, das ist eine Mischung aus Eishockey, Rollhockey, Unihockey – und Inlineskaterhockey. Gespielt wird mit Inlineskates, einem Stock und entweder mit einem Puck oder einem Ball. Der Hauptunterschied zu Rollhockey: Dort wird mit klassischen Rollschuhen gekämpft.

Zurück zum IHC Rothrist: Marco Eicher begründet die hohen Ambitionen des Vereins mit einer einfachen Formel: «Wir wollen jede Saison einen Schritt vorwärts kommen. Letztes Jahr sind wir in die Playoff-Halbfinals vorgestossen, dieses Jahr soll es der Final werden. Und wer im Final steht, der will auch gewinnen.»

Tönt logisch – ist aber nicht so einfach wie gesagt. Es gibt nämlich eine Mannschaft, die den Rothristern gerne vor der Sonne steht: Rossmaison. Der aktuelle Meister hat die Rothrister aus den Playoffs geworfen und ihnen am Freitag auch den Saisonstart vermiest – 4:5 hat der IHC Rothrist die Auftaktpartie verloren.

Von einem Angstgegner will Marco Eicher deswegen aber nicht sprechen: «Die Spiele gegen die Jurassier sind immer sehr eng, hart umkämpft aber stets äusserst fair. Es bleiben uns noch 17 Runden für die Playoffqualifikation, da werden wir die nötigen Punkte bestimmt noch holen.»

Zwei Verbände – grosse Popularität im Westaargau

Dass Rothrist dem Schweizerischen Inlinehockeyverband SIHV angehört und nicht dem Verband Swiss Inline Hockey SIH, den es auch noch gibt, hat gemäss Eicher zwei Gründe: Ersten spiele Rothrist ganz korrekt ausgedrückt nicht Inlinehockey, sondern Inlineskaterhockey, das heisst mit einem Ball und nicht mit einem Puck, sowie auf einem kleineren Platz.

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Bildlegende: Der Inlinehockeyclub Rothrist in einem Spiel gegen Lugano. zvg

Zweitens sei diese Zugehörigkeit historisch begründet. Als der Inlinehockeysport in der Schweiz in den 90er-Jahren aufgekommen ist, seien die ersten ernsthaften Bemühungen, die Bewegung verbandsmässig zu organisieren, aus der Westschweiz, besser gesagt aus dem Jura gekommen (Jura Inline Hockey Liga).

Das Spiel mit Inlineskates und Rollschuhen ist im Westaargau überdurchschnittlich populär. Nebst Rothrist gibt es auch noch die Zofinger Black Panthers, die in der NLB des SIHV spielen, und den Rollhockeyclub RHC Vordemwald, der aktuell um den Aufstieg in die höchste Liga kämpft.

Immer wieder zieht es auch gestandene oder ehemalige Eishockeyspieler in diese Sportdisziplin, was gemäss Marco Eicher sicher eine Attraktivität für den Verein und die Zuschauer sei, aber nicht nur Vorteile bringe: «Der Mix ist wichtig, nur auf Eishockeyspieler zu setzen, ist gefährlich, weil die meistens nur befristet zur Verfügung stehen.»

Seit 9 Jahren steht der heute 33-jährige Finanzexperte Marco Eicher aus Zofingen an der Spitze des 1997 gegründeten Vereins, der seit 2003, mit einem kurzfristigen Unterbruch, in der NLA des Schweizerischen Inlinehockeyverbands SIHV spielt und der 2012 den Cup gewonnen hat.

Eicher hat entscheidend dazu beigetragen, den Verein in der höchsten Liga zu etablieren. Er würde als Präsident nur zu gerne mit «seinem» IHCR den Meistertitel feiern können. Dazu bleiben noch zwei Jahre, dann will Eicher zurücktreten, dem Verein aber in anderer Funktion erhalten bleiben.