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Das Wetter spielt verrückt und verunmöglicht Prognosen
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 30.05.2020.
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Schlechte Wettervorhersage «Die Trefferquote fiel von 70 auf 50 Prozent»

Die Hubel-Meteorologen aus dem Kanton Solothurn sagen das Wetter für die Jahreszeiten voraus – und dies seit fast 20 Jahren. Sie deuten Zeichen in der Natur: Bienen, Ameisen oder das Moos an Bäumen zum Beispiel. Die Tradition der fünf Männer gehört zum Immaterielle Kulturerbe der Kantone Solothurn und Aargau. Wegen des Klimawandels können sie die Zeichen aber nicht mehr richtig deuten. Die Natur verändere sich stark, sagt der Präsident der Meteorologen Ruedi Luterbacher.

Ruedi Luterbacher

Ruedi Luterbacher

Präsident Obmannschaft Hubel-Meteorologen

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Ruedi Luterbacher nennt sich «Regent-Wetterforscher». Er stützt sich bei seinen Voraussagen auf die Vorstellungen von Abt Mauritius Knauer (1613–1664), wonach das Wetter von den Himmelskörpern Jupiter, Mars, Sonne, Venus Merkur, Mond und Saturn in einem 7-Jahr-Rhythmus beeinflusst werde. Weitere Informationen holt er sich im Wald bei Sauerklee, Moos und Taubnesseln.

SRF: Die Hubel-Meteorologen geben dieses Jahr keine Prognose ab. Weshalb nicht?

Ruedi Luterbacher: Das werde ich sehr oft gefragt. Uns ist es nicht mehr wohl. Seit zwei Jahren sind wir von einer Trefferquote von 70 Prozent auf 50 Prozent gefallen. Wir haben festgestellt, dass wir dem Klimawandel aufgrund unserer Beobachtungen in der Natur nicht gerecht werden konnten. Auch die Beobachtung der vergangenen Prognosen half nicht. Deshalb beschlossen wir eine Pause. Jeder geht für sich. Und danach sprechen wir wieder darüber.

Wie hat sich denn die Natur konkret verändert, die Sie beobachten? Was ist nicht mehr gleich wie früher?

Wir konnten aufgrund der Beobachtung von Tieren – Ameisen oder Bienen, Pflanzen – etwa Moose, nicht mehr sagen, dass ein Hitzesommer kommt. Es zeigte uns einen einigermassen heissen Sommer an, aber mit etwas Regen.

Es kam überhaupt kein Regen, sondern nur Hitze.

Aber es kam überhaupt kein Regen, sondern nur Hitze. Es zeigt zwar an – bei mir das Moos – aber das Klima ist anders. Es kommt nicht mehr so daher, wie wir es festgestellt haben.

Jetzt legen die Hubel-Meteorologen eine Prognose-Pause ein: weshalb? Was wollen Sie in dieser Pause lernen?

Wir lernen, ob wir etwas von der Klimaveränderung mitnehmen können. Wir machen viele Fotos, beobachten jene Ecken stärker, die wir genau kennen – unsere Wetterzeiger. Wir glauben, dass wir irgendwie den Rank wieder finden.

Wir glauben, dass wir irgendwie den Rank wieder finden.

Im April hatte ich eine riesige Freude. Ich konnte ihn praktisch hundertprozentig voraussagen. Meine Prognose: Ein ganz trockener April. Auch im Mai habe ich bisher recht. Vielleicht haben wir den Dreh gefunden. Ich muss aber zugeben, dass meine Prognosen für den Winter komplett daneben gingen. Für Dezember und Januar hatte ich praktisch null Punkte.

Hand aufs Herz: Kann es sein, dass Sie aufhören?

So weit sind wir noch nicht. Wir kommen nochmals zusammen und analysieren. Wenn sich mein kleiner Erfolg für April und Mai auch bei den anderen ist und sich fortsetzt, dann kommen wir wieder. Und machen eine neue Prognose ab Herbst.

Das Gespräch führte Ralph Heiniger.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 30.5.2020, 17:30 Uhr;

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