Schliessung der Breitenbacher Nexans-Fabrik «keine Katastrophe»

Der französische Kabelhersteller Nexans unterzieht seine Schweizer Niederlassungen einer Rosskur. Die Fabriken im solothurnischen Breitenbach und in Cossonay (VD) sollen geschlossen und in Cortaillod (NE) konzentriert werden. Im Kanton Solothurn wird der Entscheid «mit Bedauern» aufgenommen.

Die Zusammenlegung der Produktion führt auch zum Abbau von insgesamt 80 Stellen, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Insgesamt beschäftigt Nexans derzeit 276 Personen in der Schweiz. Von den 166 Arbeitsplätzen in Breitenbach sollen 108 ins 110 Kilometer entfernte Cortaillod verschoben werden. Auch 75 der
78 Arbeitsplätzen in Cossonay werden nach Cortaillod verlegt.

Dem Unternehmen zufolge soll es einen Sozialplan geben. Zusätzlich gibt es Begleitmassnahmen für diejenigen Personen, welche ihre Stelle verlieren oder die bisher in Breitenbach arbeiten und auf eine Weiteranstellung in Cortaillod verzichten. Zu den Folgen für die Mitarbeiter kann Jonas Motschi vom Solothurner Amt für Wirtschaft und Arbeit noch wenig sagen.

Überraschung beim Kanton Solothurn

Hinterseite eines Computers mit einigen Glasfaserkabeln. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der französische Kabelhersteller Nexans fertigt auch Glasfaserkabel wie sie für Computer benützt werden. Keystone

Der Amtschef bedauerte aber den Entscheid, das Nexans-Werk in Breitenbach zu schliessen. Er sei überraschend gekommen, sagte Jonas Motschi. Er könne den Entscheid zum jetzigen Zeitpunkt nicht beurteilen, da ihm die notwendigen Unterlagen noch nicht vorlägen. Bei der Schliessung des Werkes Breitenbach gehe es aus seiner jetzigen Sicht um eine Strukturbereinigung innerhalb der Firma Nexans.

Für die Region sei es nicht die ganze grosse Katastrophe, meint Motschi. Breitenbach liege in der Nähe des Laufentals, das eine gute Wirtschaftsstruktur aufweise. Und von Breitenbach sei es auch nicht weit nach Basel. Dennoch treffe diese Schliessung den Kanton Solothurn «einmal mehr an einer empfindlichen Stelle, nämlich in der Produktion», erklärt Motschi gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn.

Der Kanton kann vorerst nicht aktiv in den angelaufenen Prozess eingreifen. Die Mitarbeiter und die Gewerkschaften könnten nun im Rahmen des Konsultationsverfahrens Vorschläge einreichen. Falls notwendig, vermittle der Kanton später bei der Diskussion über die Umsetzung dieser Vorschläge.

Insgesamt werden 468 Stellen abgebaut

Mit Umsatzrückgängen und tiefen Margen ist Nexans mit Sitz in Paris auch auf Konzernebene konfrontiert. Um sich an die schwierige konjunkturelle Situation anzupassen, plant Nexans nun insgesamt 468
Stellen abzubauen.