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Legende: Audio Wann starten die Kinder den Kindergarten und damit die Schulkarriere? abspielen. Laufzeit 02:05 Minuten.
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 08.08.2019.
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Schul- und Kindergartenstart Immer mehr Kinder bleiben länger zu Hause

  • Kinder, die bis zum 31. Juli ihren vierten Geburtstag feiern, müssen dieses Jahr eigentlich mit dem Beginn des Schuljahres 19/20 in den Kindergarten.
  • Früher war der Stichtag der 30. April. Er wurde in den letzten Jahren im Aargau und im Kanton Solothurn auf den 31. Juli verschoben.
  • Seit dieser Verschiebung stieg die Anzahl der Kinder markant an, welche ein Jahr später zur Schule gehen. Das zeigen die Zahlen.

Im Kanton Solothurn waren es neu 12 anstatt 3 Prozent der Kinder, die später eingeschult wurden. Im Aargau 10 anstatt wie bisher 5 Prozent. Für Yolanda Klaus, stellvertretende Leiterin des Volksschulamtes des Kantons Solothurn, sind es verschiedene Gründe, warum mehr Kinder länger zu Hause bleiben.

In vielen Köpfen sei der alte Stichtag noch fest verankert. Die Eltern befänden ihr Kind oft schlicht für zu jung, wenn es im Mai, Juni oder Juli Geburtstag hat und im August bereits in den Kindergarten gehen sollte.

Eltern beeinflussen einander

Ein anderer Grund sei eine gewisse Gruppendynamik unter Eltern, sagt Klaus. «Ich habe manchmal den Eindruck, wenn Eltern miteinander darüber sprechen, dass sie ihr Kind noch ein Jahr länger zu Hause behalten, dann hat dies eine ansteckende Wirkung auf den Freundeskreis.»

Kindergarten
Legende: Keystone

Handlungsbedarf sieht Yolanda Klaus vom Kanton allerdings nicht. «Es werden vor allem Kinder zurückgestellt, die im Mai, Juni oder Juli Geburtstag haben.» Man müsste anders reagieren, wenn auch Kinder, die im Dezember oder Januar geboren wurden, später eingeschult würden.

Wann ist eine spätere Einschulung sinnvoll?

Ist es sinnvoll, wenn ein Kind ein Jahr später in den Kindergarten geht? In einigen Fällen ist es das, in anderen aber auch nicht, sagt Dagmar Rösler, Präsidentin des Schweizerischen Lehrerinnen und Lehrerverbands. «Es gibt manchmal Eltern, die nicht loslassen können. Dann muss man genauer hinschauen.»

Richtlinien für die Kindergartenreife gibt es in den Kantonen Aargau und Solothurn nicht. Allgemein gilt: Ein Kind muss unter anderem allein die Toilette benutzen können, damit es reif genug ist für den Kindergarten.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Roger Lüscher  (Roger Lüscher)
    Der Stichtag ist meiner Meinung nach ein ganzes Jahr zu früh. Kinder sollten erst mit vollendetem 5 Geburtstag in den Kindergarten kommen. Die Kinder müssen sich heutzutage viel zu früh mit der Berufswahl auseinander setzten und mit Anfang 15 sind viele Kinder noch "Bubis". Vorallem diejenigen, welche eine Lehre machen, sind dann oft mit der Situation überfordert. Ich verstehe die Eltern, die ihre Kinder mit der Einschulung zurückhalten.
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  • Kommentar von pedro neumann  (al pedro)
    Absolut vernünftig! Völlig unvernünftig war es, den Stichtag immer früher anzusetzen. Die Kinder sollen so früh wie möglich "geschult" werden, damit die Eltern die Kinder los sind und arbeiten gehen können. Die unreifen, oft noch in die Hose machenden Kinder sind dann psychisch nicht in der Lage, den ganzen Tag in einer Grossgruppe zu verbringen. Schulprobleme und Kosten für die Allgemeinheit sind programmiert. Aber daran ist dann selbstverständlich das Lehrpersonal schuld !
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    1. Antwort von Roger Lüscher  (Roger Lüscher)
      An dieser Situation sind weder die Lehrer noch die Eltern schuld. Im Gegenteil; die meisten Lehrer und Eltern wünschen sich eine spätere Einschulung, damit die Kinder reifer sind.
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Jeder Mensch ist ein Individuum und entwickelt sich (körperlich, geistig, psychisch) unterschiedlich, zeitlich unterschiedlich. Daher ist es eine Aufgabe der Eltern, mittels Beobachtung, Begleitung während der ersten Jahre im Leben eines Kindes, herauszufinden (es dahin zu führen), wie sich das Kind entwickelt und wann der Zeitpunkt gekommen ist -das Kind bereit ist- , dem Kindergarten beizutreten.
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