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Legende: Audio Solothurner Regierung ist ratlos wegen schlechten Bildungsresultaten abspielen. Laufzeit 03:09 Minuten.
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 24.05.2019.
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Schulische Grundkompetenzen Grosse Mathematik-Defizite bei Solothurner Schülern

  • Erstmals hat die nationale Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) untersucht, wie es um die schulischen Grundkompetenzen der Schweizer Schülerinnen und Schülern steht.
  • Die Untersuchung ist nach Kantonen gegliedert und zeigt je nach Fach deutliche Unterschiede bei Grundkompetenzen wie Lesen, Rechnen und Fremdsprachen.
  • Im Kanton Solothurn erfüllen die Schülerinnen und Schüler die vom Lehrplan geforderten Ziele in Mathematik bei weitem nicht und auch bei den Französisch-Kenntnissen hapert es in Solothurner Schulen.
  • Im Gegensatz zum Kanton Solothurn bewegen sich die Ergebnisse der Aargauer Schülerinnen und Schüler im nationalen Durchschnitt, sind also weder besonders gut, noch besonders schlecht.
Wandtafel mit Rechenaufgabe mit Früchten und Gemüse
Legende: imago images

Bei der ersten kantonsübergreifenden Untersuchung von Schulleistungen in der Schweiz schneidet der Kanton Solothurn nicht gerade gut ab. Positive Werte erreichen hier lediglich die Fähigkeiten rund um die deutsche Sprache. Laut der Studie beherrschen knapp 90 Prozent der Solothurner Schülerinnen und Schüler am Ende der 6. Klasse die Grundkompetenzen in Lesen und rund 85 Prozent jene im Schreiben.

Nationale Erhebungen der Schulleistungen

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Im Jahr 2011 haben sich die Schweizer Kantone auf nationale Bildungsziele in vier Fachbereichen geeinigt (Schulsprache, zweite Landessprache, Englisch und Mathematik). Diese Ziele wurden für das Ende des 4., des 8. und des 11. Schuljahres definiert. In den Jahren 2016 und 2017 hat die Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) erstmals die Erreichung dieser Bildungsziele in allen Kantonen untersucht. Über 20'000 Schülerinnen und Schüler haben die einheitlichen Tests absolviert. Daraus können Rückschlüsse abgeleitet werden, wie die Schulen ihren Leistungsauftrag erfüllen und wie es um die beabsichtigte Harmoniserung der Bildungsziele steht.

Deutlich schwächer schneidet der Kanton Solothurn beim Französisch und vor allem in der Mathematik ab. Hier liegt die Anzahl Schülerinnen und Schüler, welche die Grundkompetenzen ausreichend erfüllen, deutlich unter dem nationalen Schnitt. Vor allem in der Mathematik scheint es grosse Defizite zu geben, nur 55 Prozent der Schülerinnen und Schüler erreichen die national festgelegten Grundkompetenzen.

Besorgter Regierungsrat verspricht Massnahmen

In einer Mitteilung des Kantons Solothurn äussert sich Bildungsdirektor Remo Ankli besorgt über die Resultate. Das Ergebnis liege auf unbefriedigend tiefem Niveau, es bestehe Handlungsbedarf, heisst es. Zunächst soll eine bereits einberufene Task Force die Probleme beim Französisch- und beim Mathematik-Unterricht genauer anschauen. Anschliessend sollen aus den Ergebnissen konkrete Massnahmen abgeleitet werden.

Die Gründe hinter dem schlechten Abschneiden des Kantons Solothurn bei diesem ersten nationalen Vergleich der schulischen Leistungen sind nicht einfach zu finden. Zumindest beim Französisch hat die Solothurner Regierung aber einen Verdacht: Das im Unterricht eingesetzte Lehrmittel «Mille Feuilles» könnte eine Ursache sein, Kritik an diesem Lehrmittel gab es schon früher auch aus anderen Kantonen. Der Lehrmittelverlag arbeitet aktuell schon an der Verbesserung.

Bessere aber nicht berauschende Ergebnisse im Aargau

Im Vergleich zum Kanton Solothurn bewegt sich der Aargau bei allen untersuchten Fächern im schweizerischen Mittel, allerdings eher im unteren Mittelfeld. Die Aargauer Regierung weist in einer Stellungnahme darauf hin, dass die Schülerinnen und Schüler im Aargau noch nicht gemäss Lehrplan 21 unterrichtet werden, wie das in vielen anderen Kantonen schon geschieht.

Weil im Lehrplan 21 die nun geprüften Grundkompetenzen gezielter gefördert werden, verspricht sich der Aargauer Regierungsrat Verbesserungen, sobald im Schuljahr 2020/21 auch hier der neue Lehrplan gilt.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von alfred maurer  (zeitgeist)
    es kommt der verdacht auf, dass die tests nicht den neuen lernzielen, beziehungsweise kompetenzen des lp 21 angepasst sind. wenn hör- und leseverstehen vermittelt werden und man sprachstrukturen prüft, wenn man lösungsstrategien lehrt und mathematische operationen prüft, scheint es ziemlich einleuchtend, dass die resultate der sus nicht den erwartungen entsprechen. wer zwiebeln setzt kann schliesslich auch keinen knoblauch ernten!
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