Schwacher Euro hat Folgen für die Forschung in der Region

Das Paul Scherrer Institut (PSI) in Villigen wird heuer wohl zwei Millionen Franken weniger Forschungsgelder aus dem EU-Raum erhalten. Und das hat Folgen für einzelne Projekte, erklärt das PSI auf Anfrage des Regionaljournals von Radio SRF.

Aufnahme des PSI im Januar 2015, beim Eindunkeln. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Stellen dürften beim Paul Scherrer Institut in Villigen wegen dem Euro-Entscheid keine gestrichen werden. Aber Projekte. Keystone

«Ja, auch wir waren erstaunt über die Aufhebung des Euro-Mindestkurses», sagt Thierry Strässle, Stabschef des Paul Scherrer Institutes (PSI). Und ja, auch für das PSI habe der Entscheid der Schweizerischen Nationalbank Auswirkungen. Denn das Institut erhält ebenfalls Geld aus dem europäischen Forschungsprogramm.

«  In diesem Jahr haben wir rund zwölf Millionen Franken aus dem Euro-Raum erwartet. »

Thierry Strässle
Stabschef am Paul Scherrer Institut (PSI)

Von den erwarteten rund zwölf Millionen Franken werden aber in diesem Jahr wohl weniger eintreffen, bestätigt Thierry Strässle. Er rechnet mit zwei Millionen Franken weniger für das PSI in Villigen, aufgrund des schwachen Euros.

«Personen werden wir keine entlassen. Da würden wir zu viel Kompetenz verlieren», erklärt der PSI-Stabschef. Dennoch wird der Entscheid der Schweizerischen Nationalbank Folgen haben für das Forschungsinstitut in Villigen.

«  Es kann sein, dass das eine oder andere neue Forschungsprojekt zurückgestellt oder ganz gestrichen wird. »

Thierry Strässle
Stabschef am PSI

Welche Projekte konkret gefährdet sind, könne man noch nicht abschätzen, sagt Strässle. Das PSI werde die Lage jetzt einfach gut im Auge behalten und bei Bedarf reagieren, erklärt er.

Ein Angestellter arbeitet am Hochfluss-Solarsimulator (Aufnahme aus dem Jahr 2005). Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Beim PSI ist man also alarmiert, bei der FHNW scheinen die Folgen dagegen überschaubar. Keystone (Symbolbild)

Fachhochschule weniger betroffen

Auch die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) erhält Gelder aus dem EU-Raum, allerdings weniger als halb so viel wie das PSI. Das bestätigt der Direktionspräsident Crispino Bergamaschi auf Anfrage.

Hier geht es um weniger als fünf Millionen Franken, die in Euro bei der FHNW in diesem Jahr erwartet werden.

Die Folgen für die FHNW seien «sehr klein», erklärt Crispino Bergamaschi. Projekte sind bei der Fachhochschule nicht gefährdet. Das Budget der FHNW beträgt im Jahr rund 450 Millionen Franken.