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Legende: Audio Kommt eine Pleitewelle auf die Baubranche zu? abspielen. Laufzeit 02:55 Minuten.
02:55 min, aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 28.03.2019.
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Schwierige Situation Margendruck macht Baufirmen zu schaffen

Die Margen machen der Baubranche schon länger Sorgen. Nun hat sich die Situation noch einmal verschärft – mit Folgen.

Die Situation: Man hat oft den Eindruck, dass überall gebaut wird. Trotzdem: Der grosse Bauboom in der Schweiz ist langsam vorbei. Der Margen- und Preisdruck ist in der Branche hoch. Es gibt weniger Aufträge, die Firmen unterbieten sich gegenseitig. Vielen Firmen im Baubereich bereitet dies grosse Sorgen. Die Situation sei schon länger schwierig, habe sich nun aber noch einmal verschärft, heisst es zum Beispiel beim Solothurner Baumeisterverband.

Die Folgen: Für einzelne Firmen hat dieser Margendruck Konsequenzen. So hat die Baufirma Renus Group AG in Wallbach Anfang Woche ihren 40 Mitarbeitern mitteilen müssen, dass es mit der Firma nicht weitergeht. «Der Entscheid hat mir fast das Herz gebrochen», sagt Geschäftsführer Patrick Hirzel im Interview mit SRF.

Der Entscheid hat mir fast das Herz gebrochen
Autor: Patrick HirzelGeschäftsführer und Inhaber Firma Renus Group AG

Die Situation habe sich in den vergangenen Monaten stark verändert, so Hirzel. Der Preisdruck auf kleinere und mittlere Firmen aus dem Bauhaupt- und -nebengewerbe sei mittlerweile enorm: «Wir konnten die Preise nicht mehr halten. Teilweise wussten wir bereits im Vorfeld, dass wir Geld drauflegen werden.» Als Kleinbetrieb sei man in dieser Situation chancenlos.

Das sagen die Experten: Der Druck auf die Preise bereite allen Firmen Sorge, nicht nur den kleinen, sagt Bruno Fuchs, Präsident des Solothurner Baumeisterverbands: «Der Tenor im Baumeisterverband ist, dass niemand mit dieser Preissituation zufrieden ist. Der Preis ist sehr, sehr, sehr tief. Man ist am Kämpfen, das höre ich täglich.»

Der Preis ist sehr, sehr, sehr tief.
Autor: Bruno FuchsPräsident Baumeisterverband Solothurn

Das Problem sei, dass die Bautätigkeit abgenommen habe. Der Anstieg des Leerwohnungsbestandes und der Rückgang von Baugesuchen habe eine Nervosität im Baugewerbe ausgelöst.

Wie weiter? Patrick Hirzel, der für seine Baufirma in Wallbach den Konkurs beantragen musste, befürchtet, dass es in nächster Zeit noch weitere kleinere und mittlere Firmen im Baubereich schliessen müssen. «Ich behaupte, dass wir den Anfang einer grossen Welle von Firmenpleiten haben. Ich weiss es von Elektrikern, Sanitärinstallateuren, Spenglerfirmen, kleine Baumeister mit fünf, sechs Leuten, die margentechnisch einfach nicht mehr mithalten können.»

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Adi Berger (Adi B.)
    Da hätten halt Reserven angelegt werden müssen als die Preise noch sehr, sehr, sehr hoch waren. Wenn ich die Preise auf Rechnungen von Handwerkern (Maler, Sanitär,Elektriker, Gärtner usw.) für Arbeiten an unserem Haus anschaue sind diese im Verhältnis zu den Handwerkerlöhnen nach wie vor sehr hoch und im Vergleich mit früheren Jahren keineswegs gesunken sondern das Gegenteil, immer teurer gewirden.
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