Seit der Fusion Aarau-Rohr sind parteilose Politiker verschwunden

Sechs Jahre ist es her, seit der Fusion von Aarau mit der Nachbargemeinde Rohr. Seither hat Aarau über 20'000 Einwohner, ist gewachsen, und nennt einen Stadtteil sein eigen, der noch über Bauland verfügt. Die Fusion hat auch die Parteienlandschaft auf den Kopf gestellt, zeigt eine neue Studie.

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Bildlegende: Die Stadt Aarau hat sich in den letzten sechs Jahren gewandelt. Seit der Fusion mit Rohr sind Parteilose verschwunden. Keystone

Die Studie gemacht hat das Zentrum für Demokratie Aarau (ZDA). Aus Rohrer Perspektive habe sich das politische System grundlegend geändert, schreiben die Autoren der Studie. Bei der Legislative trat der Einwohnerrat an die Stelle der Gemeindeversammlung.

Für Aarau blieb das Parteiensystem eher konstant. Aber für Rohr gab es einen grossen Wechsel. Die in kleinen Gemeinden dominanten Parteilosen seien aus der Parteienlandschaft verschwunden, schreiben die Autoren des ZDA weiter. Gewisse haben beim Verein Pro Aarau eine Heimat gefunden.

Quartiere nicht gleich vertreten

Weitere seien die Quartiere unterschiedlich vertreten. Da Zelgli (Villenquartier der Stadt) sei mit sieben Sitzen im Einwohnerrat übervertreten. Das Telli sei mit fünf Sitzen untervertreten. «Nicht alle Parteien interessieren sich gleichermassen für den neuen Stadtteil Rohr», sagt Daniel Kübler, Mitautor der ZDA-Studie. Das heisst, Rohr wird, ähnlich wie das Telli-Quartier, eher vernachlässigt.

Für das Zentrum für Demokratie ist klar: Parteien spielen eine wichtige Rolle bei der politischen Integration neuer Quartiere nach einer Gemeindefusion. Das werde bei Gemeindefusionen in der Schweiz zu wenig beachtet. Man diskutiere zu häufig dann nur über Steuern und Verwaltungsfragen.