Senioren am Steuer: Solothurner Hausärzte müssen zur Schule

Am 1. Juli tritt in der ganzen Schweiz ein weiteres Paket des Verkehrssicherheitsprogramms Via Sicura in Kraft. Es verlangt von Hausärzten eine spezielle Ausbildung, um Senioren beurteilen zu können. Solothurner Hausärzte müssen sich deshalb weiterbilden. Aargauer hingegen nicht.

Hand einer alten Person hält Autoschlüssel Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wer älter ist als 70 und Auto fahren will, muss regelmässig in eine Kontrolluntersuchung. Keystone

Vor 11 Jahren hat in Brugg ein 82-jähriger Autofahrer eine Schülerin überfahren. Das Mädchen starb. Der Kanton Aargau hat in der Folge die Fahreignungsabklärungen verschärft. Hausärzte, welche solche Abklärungen durchführen, müssen eine zusätzliche Ausbildung machen.

Deshalb ändert im Aargau nichts, wenn der Bund im Sommer ein weiteres Paket des Verkehrssicherheitsprogramms Via Sicura in Kraft setzt. In der ganzen Schweiz gelten dann die gleichen fachlichen Anforderungen für Ärzte, welche die Fahreignung abklären.

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Das Internet gibt Auskunft

Welcher Arzt darf Fahreignungsabklärungen durchführen? Ab Mitte Jahr findet man alle Adressen für die ganze Schweiz auf www.medtraffic.ch.

Aargauer Senioren können die periodischen Kontrolluntersuchungen weiterhin bei jenen Hausärzten durchführen lassen, die schon bis anhin dafür zuständig waren, teilt der Kanton am Freitag mit.

Solothurner brauchen Selbststudium oder Kurs

Im Kanton Solothurn müssen heute Ärzte, die Senioren beurteilen, über keine spezielle Weiterbildung verfügen. Wegen den neuen Bundesvorschriften müssen sie dies nun nachholen, heisst es beim Kanton Solothurn auf Anfrage.

Solothurner Hausärzte können sich das erforderliche Know-how im Selbststudium oder mittels Kursbesuch aneignen. Die entsprechenden Kurse werden von der Schweizerischen Gesellschaft für Rechtsmedizin angeboten.