Solothurner Landwirtschaft Sie haben keinen Mist: Ackerbauern sollen Boden besser pflegen

Den Ackerbauern fehlt häufig natürlicher Dünger für die Fruchtbarkeit ihrer Böden. Ein Pilotprogramm im Kanton Solothurn soll Abhilfe schaffen.

Dass die Äcker der Bauern unter Druck stehen, ist offensichtlich. Vielerorts wird gebaut, in der Schweiz verschwindet viel landwirtschaftliche Nutzfläche und wird zubetoniert. Der Kanton Solothurn beschäftigt sich nun aber nicht nur mit der Quantität der Landwirtschaftsfläche, sondern auch mit deren Qualität.

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Bildlegende: Ohne Mist kein Humus, ohne Humus keine Pflanzen: Solothurner Ackerbauern sollen deshalb Mist austragen. Keystone

Entscheidend für die Fruchtbarkeit des Bodens ist der Humus. Und zu dieser Erdschicht sollen die Solothurner Bauern mehr Sorge tragen. Dafür lanciert der Kanton zusammen mit dem Bund ein Programm, das die Bauern für den Humus sensibiliseren soll.

Unter anderem folgende Massnahmen werden finanziell unterstützt:

  • Gehäckselter Stroh auf den Feldern verteilen
  • Nach dem Ernten von Raps, Mais oder Getreide andere Pflanzen auf den Feldern sähen und diese nicht ernten, sondern auf den Felder belassen
  • Einsatz von Mist auf den Betrieben, die keine Tiere haben. Mist kann z.B. von Pferdezüchtern oder Viehbetrieben bezogen werden, die zu viel davon haben.

Im Visier des Kantons sind vor allem diejenigen Betriebe, die keine Tiere haben. Ihnen fehlt der Tiermist, den sie auf die Äcker verteilen könnten. Da aus Mist Humus entsteht fehlt damit auf diesen Feldern langfristig auch der wertvolle Humus.

Bund unterstützt Pionierkanton Solothurn

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Bildlegende: Der Humus ist das Fundament für diese Rapspflanzen - dem Boden sollen die Bauern deshalb besondere Beachtung schenken. zvg/Agroscope/LANAT Bern

Betroffen sind über 400 Bauernbetriebe. Diese wollen Kanton und Bauernverband dazu motivieren, etwas mehr für den Humus auf ihren Äckern zu tun. Die Bereitschaft sei bei den Bauern da, versichert Peter Brügger vom Solothurner Bauernverband. Allerdings müsse sich das Projekt sicher noch herumsprechen.

Das Programm ist freiwillig. Es stehen für die nächsten sechs Jahre 3,9 Millionen Franken zur Verfügung. Bezahlt wird dies zu 80 Prozent vom Bund, 20 Prozent steuert der Kanton Solothurn bei.

Der Bund beteilige sich am Projekt, weil es ein solches Programm sonst nirgends in der Schweiz gebe, betont Landwirtschaftsdirektorin Brigit Wyss.