Soll das Wäberhölzli in Rheinfelden einer Deponie weichen?

In Rheinfelden wirft ein Deponieprojekt hohe Wellen. Gegner und Befürworter füllen seit Wochen die Leserbriefspalten. Es geht um eine Deponie am östlichen Stadtrand von Rheinfelden.

Wäberhölzli-Wald Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Wäberhölzli in Rheinfelden soll vorübergehend einer Deponie weichen. Am 5. Juni entscheidet das Stimmvolk. zvg/Jürg Keller

Das Wäberhölzli war ursprünglich eine Kiesgrube. In den 70er- und 80er-Jahren wurde die Grube zum Teil aufgefüllt und das Gebiet aufgeforstet. Nun soll die Grube vollständig gefüllt werden. Darüber stimmt Rheinfelden am 5. Juni ab.

Bei einem Ja an der Urne werden acht Hektaren Wald gerodet und die Grube innert höchstens fünf Jahren mit Aushubmateriel aufgefüllt. Nach der Auffüllung soll im Wäberhölzli eine Eichenwaldreservat entstehen.

Verhältnismässiger Eingriff?

Die Gegner der Deponie sind der Meinung, dass es in Rheinfelden schon genug Deponien gibt. Dafür 8 Hektaren Wald zu roden, sei unverhältnismässig. Nicht zuletzt werde der Lebensraum der Tiere weiter eingeschränkt: «Man weiss, dass dort ein Wildtierkorridor durchführt. Dort zu bauen, ist ein Unsinn.», findet Sandra Frei, von der IG «Das Wäberhölzli muss bleiben!».

Die Befürworter berufen sich auf den Kanton: es brauche im unteren Fricktal eine weitere Deponie für Aushub. Und das geplante Projekt sei verhältnismässig. Kurt Steck, Stadtoberförster von Rheinfelden, ist überzeugt, dass sich der Eingriff lohnt: «Auf der Deponie wird für Generationen in den Wald investiert, indem ein artenreiches Waldnaturschutzgebiet aufgebaut wird.»

Emotionaler Abstimmungskampf

Der Abstimmungskampf in Rheinfelden verläuft emotional. Dies hat unter anderem mit der Vorgeschichte der Vorlage zu tun. An der Gemeindeversammlung im Dezember lehnten die Rheinfelder die Deponie zuerst ab. Nach der gewonnen Abstimmung verliessen viele Deponie-Gegner den Saal. Daraufhin gab es einen Rückkommensantrag, worauf das Geschäft angenommen wurde. Die IG «Das Wäberhölzli muss bleiben!» ergriff schliesslich das Referendum.