Solothurn: Der Seniorenrat will altersgerechte Quartiere

Die Quartiere in der Stadt Solothurn sollen altersgerecht geplant werden. Dazu gehören z.B. altersdurchmischte Wohnmöglichkeiten. Der Seniorenrat stellt aber nicht nur gegen aussen Forderungen, er verlangt auch etwas von der eigenen Klientel: Ältere Menschen sollen sich in den Quartieren engagieren.

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Bildlegende: Hans Kurt, Präsident des Seniorenrates, hofft, dass sein Bericht zur altersgerechten Planung kein Papiertiger bleibt. Marco Jaggi/SRF

Das Resultat vieler Sitzungen des Seniorenrates und eines Workshops zusammen mit den sozialen Diensten und dem Stadtbauamt liegt nun vor: Ein Bericht mit vielen Vorschlägen und Forderungen. Der Bericht ist adressiert an die Verantwortlichen der Stadt. Er geht aber auch an potenzielle Investoren.

Eine «altersgerechte Quartierplanung» umfasst für den Seniorenrat folgende Punkte:

  • Sozial- und altersdurchmischte Wohnmöglichkeiten
  • Räume mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten
  • Günstiger Wohnraum
  • Ausbau der Quartierarbeitsstelle
  • Räume zum Mieten für alle
  • Ein «Kofmehl für Senioren»
  • Quartierabwart
  • Gesundheitszentrum
  • Pflegewohnungen und/oder Alters- und Pflegeheim
  • Café-Bar als Treffpunkt
  • viel parkähnlicher Grünraum
  • Kurierdienste
  • optimale Erschliessung des Quartiers mit öffentlichem und privaten Verkehr

Eine lange Liste von Vorschlägen und Forderungen. Darauf angesprochen, ob man nur fordert oder auch selber bereit ist, etwas zu leisten, sagt Hans Kurt, Präsident des Seniorenrates der Stadt Solothurn: «Es ist mir ein grosses Anliegen, dass sich die ältere Bevölkerung auch engagiert in solchen Strukturen, und zwar freiwillig. Wir sind ja meist noch recht fit und haben Zeit.»

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Weitblick und Weststadt

Das Quartier Weststadt von Solothurn führt ein Eigenleben. Und das Quartier Weitblick existiert noch gar nicht, es soll auf der grünen Wiese zwischen der Weststadt und der Altstadt entstehen. Die Vorschläge des Seniorenrates beziehen sich primär auf diese zwei Quartiere, sollen aber grundsätzlich für die ganze Stadt gelten.

Hans Kurt kann sich vorstellen, dass Senioren zum Beispiel den Betrieb eines Cafés sicherstellen. Oder, dass sie eine Art Aufsichtsfunktion in einem Quartier übernehmen könnten, gerade was das Thema Abfall betreffe.

In Solothurn gibt es die Kulturfabrik Kofmehl. Ein weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannter Ort für Konzerte einer grossen Bandbreite. Was stellt sich Hans Kurt unter einem «Kofmehl für Senioren» vor? «Es soll etwas sein, wo vieles möglich ist, kulturell, aber auch anderes. Zum Beispiel ein Café, Theatermöglichkeiten oder einfach ein Raum für eine Geburtstagsfeier. Es muss aber altersdurchmischt sein.»

Und was passiert jetzt mit den Vorschlägen des Seniorenrates? Verschwindet der Bericht in einer Schublade? Hans Kurt hofft, dass das nicht passiert. Und er verspricht, dass der Seniorenrat bei der Stadtplanung immer wieder nachfragt, wie der Stand der Dinge ist.