Solothurn sagt dem Züghusjoggeli Adieu

Das denkmalgeschützte Museum Altes Zeughaus in der Solothurner Altstadt ist bis im Frühling 2016 geschlossen. Seit Februar haben die Mitarbeiter die Sammlung Stück für Stück in ein geheimes Depot gebracht. Seit Donnerstag ist nun auch das Wahrzeichen des Museums weg: der Züghusjoggeli.

Es ist soweit. Das Museum Altes Zeughaus ist leer. Alle Rüstungen, Harnische, Waffen, Uniformen, die umfangreiche Fahnensammlung und nun auch der bekannte Züghusjoggeli wurden abtransportiert.

«Es ist ein eigenartiges Gefühl in den leeren Räumen zu stehen», sagt Claudia Moritzi etwas wehmütig zu Radio SRF. Sie ist die Co-Leiterin des Museums, das dem Kanton Solothurn gehört.

Aufbewahrungsort der Sammlung unbekannt

Claudia Moritzi im Eingang des Museums Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Co-Leiterin Claudia Moritzi macht zum letzten Mal für lange Zeit die Türe zum Museum Altes Zeughaus zu. SRF

Als Letzter hat jetzt auch der Züghusjoggeli ein neues Zuhause. Während der Innensanierung des Museums kann man ihn auf dem Schloss Waldegg in Feldbrunnen bestaunen.

Bekannt ist der Züghusjoggeli vor allem für eines: Wer dem Ritter das Visier des Helmes hebt, wird angespuckt. Das Speien ist sein Markenzeichen und durfte auch am Donnerstag bei der offiziellen Verabschiedung nicht fehlen.

Der Verbleib der restlichen Sammlungsstücke bleibt geheim. «Wir wollen dies aus Sicherheitsgründen nicht an die grosse Glocke hängen», sagt Claudia Moritzi. Zu wertvoll seien die teilweise mehr als 400 Jahre alten Stücke. Alle Objekte werden nach der Sanierung aber wieder zurück im Museum Altes Zeughaus sein.

Sanierung kaum sichtbar

Die Innensanierung des Alten Zeughauses kostet 12,9 Millionen Franken. Da das 400-jährige Gebäude denkmalgeschützt ist, will man die historische Bausubstanz respektvoll behandeln. Und trotzdem muss einiges gemacht werden.

Zum Beispiel muss die Statik des Gebäudes mit Betonelementen verbessert werden. Zusätzlich werden ein Lift und ein zweites Treppenhaus eingebaut, damit das Gebäude für alle zugänglich ist, und genügend Fluchtwege hat, wenn es mal brennen sollte.