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Aargau Solothurn Solothurner Berufsschnuppertag: Die Suche nach dem «Juwel»

Erstmals lädt der Solothurner Gewerbeverband KGV zu den «Erlebnistage Beruf»: Schüler können mehrere Berufe kennen lernen, jeweils einen Tag lang. Reicht das den Firmen, um Talente zu entdecken? Und wie profitieren die Schüler? Ein Besuch in der Schreinerei und Schliesstechnik-Firma Marti in Kappel.

«Sie macht das gut», meint Heinz Eggnauer mit prüfendem Blick. Der Ausbildungsverantwortliche der Schreinerei Marti beobachtet, wie die 13-jährige Anna Huwyler mit dem Stechbeutel ein Stück Holz mit dem Stechbeitel bearbeitet.

Aus 3 verschiedenen Holzstücken fertigt sie eine Figur, in der Form der Zahl 4. Eigentlich hätte die 13-Jährige bis 11:45 Uhr Zeit. Doch lange braucht sie nicht mehr. «Ich glaube, ich muss sie noch mit etwas anderem beschäftigen», sagt Eggnauer und überlegt sich, welche Aufgabe er dem Mädchen noch auftragen will.

Grosse Auswahl für Schüler

Die Firma Marti Schreinerei & Schliesstechnik ist eine von 75 Solothurner Firmen, die erstmals am Projekt «Erlebnistage Beruf» mitmachen. Schülerinnen und Schüler können sich mehrere Berufe vor Ort ansehen, jeweils einen Tag lang. Davon wurde rege gebraucht gemacht.

Fast 300 Schüler haben sich auf der Homepage des KGV angemeldet und besuchen nun in dieser und der nächsten Woche einen Betrieb. Insgesamt standen über 100 Berufe zur Auswahl. Manche waren sehr beliebt, andere weniger. Für Urs Schmid vom Gewerbeverband ist aber genau hier die Stärke dieses neuen Projekts.

Erlebnistage bringen Vorteile

«So manch einer hat einen Lieblingsberuf und möchte eine Schnupperlehre machen», meint Schmid. Dauert dies aber eine ganze Woche, ist das sehr lang. Wenn man in mehreren Tagen mehrere Berufe kennen lernen kann, macht man das vielleicht auch eher, fügt Schmid an.

Für die 13-jährige Anna Huwyler sind die «Erlebnistage Beruf» genau deshalb eine gute Sache. Sie interessiert sich nämlich einerseits für einen Beruf mit Holz und andererseits für einen Beruf im Bereich Gesundheit. «Dank den Berufstagen konnte ich in zwei Tagen zwei Berufe kennen lernen, das ist mega gut», sagt das Mädchen, das bald auch noch im Kantonsspital Olten eine Schnupperwoche machen wird.

Kleiner Nutzen für Firmen?

Der Nutzen für die Firma sei eigentlech eher gering, erklärt der Ausbildungsverantwortliche Heinz Eggnauer. «Wir machen das vor allem, um den Schülern einen Einblick in unser Handwerk zu geben.» Der Aufwand für die Firma Marti aus dem solothurnischen Kappel ist hingegen gross. Denn die Schreinerei ist sehr beliebt.

Sechs Schülerinnen und Schüler wollen in den zwei Wochen die Schreinerei und Schliesstechnik-Firma besuchen. Das ist viel, weil jetzt im Juni auch gerade sehr viel läuft, besonders ausserhalb der Firma, zum Beispiel auf Baustellen. Je nach dem lohnt sich der Aufwand aber dennoch, sagt Eggnauer. «Vielleicht ist unter diesen sechs Schülern, die vorbei kommen, ein Juwel.»

Regionaljournal Aargau Solothurn, 17:30 Uhr

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