Solothurner Spitäler müssen einen Ärztlichen Direktor suchen

Peter Dür wird das Unternehmen per Ende Jahr verlassen, teilt die Solothurner Spitäler AG am Mittwoch mit. Im April hatten bereits zwei andere Direktoren Solothurn den Rücken gekehrt. Es laufe nichts falsch, sagt dazu der Geschäftsführer.

Schild mit Aufschrift Notfall neben Spital-Hochhaus Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Bürgerspital Solothurn wird neu gebaut. Auch beim Kader der Solothurner Spitäler AG kommt es zu einer Erneuerung. SRF

Der Ärztliche Direktor verlässt die Solothurner Spitäler AG. Peter Dür habe in den letzten Jahren wesentlich dazu beigetragen, dass die Spitäler AG ihr medizinisches Leistungsangebot für die Bevölkerung abrunden und qualitativ verbessern konnte, lobt das Unternehmen. Unter anderem habe er die Institute für Labormedizin und Radiologie aufgebaut.

Nun verabschiedet sich Dür vom Management und wird künftig nur noch als Arzt arbeiten. Er wird am Spital Schwyz als Leitender Arzt die Pneumatologie weiterentwickeln. Wer ihn in Solothurn ersetzt, steht noch nicht fest.

Der dritte Abgang in nur einem Jahr

Die Solothurner Spitäler AG verliert mit Dür den dritten Direktor in diesem Jahr. Im April waren der Direktor des Bürgerspitals Solothurn nach nur drei Monaten und die Direktorin der Psychiatrischen Dienste nach lediglich vier Monaten gegangen. «Es läuft nichts falsch», hatte CEO Martin Häusermann damals beruhigt.

Bei dieser Haltung bleibt Häusermann auch nach dem dritten Abgang in diesem Jahr. «Wir sind eine grosse Spitäler-Gruppe. Da kommt es einfach vor, dass sich Leute im Management beruflich neu orientieren», erklärt er auf Anfrage von SRF. «Das ist Fakt: Alles andere wäre gesucht.»

Verunsicherungen und Widerstände?

Klar ist aber auch: Die Solothurner Spitäler AG haben in den letzten Jahren viel umgebaut. Abteilungen wurden zusammen gelegt, neu strukturiert. Das gibt Widerstände beim Personal, die gerade auch der ärztliche Direktor «ausbaden» musste. Er ist quasi «im Sandwich» zwischen Ärzten und Geschäftsleitung, zwischen medizinischen Interessen und finanziellen Interessen.

Er habe deshalb «grossen Respekt» vor dieser Aufgabe, sagt auch Geschäftsführer Martin Häusermann. Alles in allem habe man die Restrukturierungen aber «harmonisch» abwickeln können. «Kein Standort fühlt sich benachteiligt», glaubt Häusermann. Das sei auch das Verdienst von Peter Dür. Dessen Nachfolger hat also sicherlich keine einfache Aufgabe.