Kurhaus Weissenstein Spatenstich für Totalsanierung – trotz hängiger Einsprachen

20 Millionen investieren die neuen Besitzer in den Umbau des Kurhaus Weissenstein. Am Montag wurde damit begonnen.

Es ist nicht einfach ein normales Hotel. Seit 1828 thront es zuoberst auf dem Solothurner Hausberg. Nun wird das historische Kurhaus Weissenstein komplett erneuert. Am Montag feierten die Besitzer den Spatenstich zum 20 Millionen teuren Um- und Ausbau.

Folgendes soll in den nächsten Monaten geschehen:

  • Abriss des maroden Ostflügels des Kurhauses
  • Bau eines neuen Glaskubus anstelle des Ostflügels. Die «Trinkhalle» kann für Kongresse und Hochzeiten genutzt werden und beinhaltet ein Selbstbedienungsrestaurant
  • Sanierung der bestehenden Hotelzimmer und Bau von zusätzlichen Zimmern (zur Zeit sind es 17, neu dann 54 Zimmer)
  • Erneuerung der Panorama-Terrasse

Um- und ausgebaut wird das Kurhaus von der Hotel Weissenstein AG. Diese gehört dem Davoser Hotelier-Ehepaar Tom und Arabelle Umiker sowie dem Bauunternehmer Urs Hoffmann. Sie hatten das Kurhaus 2015 der Regiobank Solothurn abgekauft.

Gleich neben dem Kurhaus wird auch ein neuer Erlebnis-Spielplatz mit Picknickplätzen für eine Million Franken gebaut. Finanziert wird der Spielplatz vom Migros Kulturprozent und Sponsoren.

Wie gross und durchsichtig wird der Glaskubus?

Der Spatenstich erfolgte am Montag, obwohl noch nicht klar ist, ob der Glaskubus wie geplant gebaut werden kann. Der Kanton hat erst die Baubewilligung für den Rückbau des Ostflügels und für den Aushub erteilt.

Visualisierung Trinkhalle Weissenstein Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In der neuen Trinkhalle (Visualisierung) sollen auch grössere Anlässe möglich werden. zvg/Facebook

Gegen den Bau des Glaskubus sind noch zwei Einsprachen hängig:

  • Der Vogelschutz-Verband Birdlife befürchtet, dass Vögel in die grossen Glasfenster der Trinkhalle fliegen könnten.
  • Der VCS will Klarheit über das Fassungsvermögen der Trinkhalle. Das Notfallkonzept wurde für 500 Personen ausgearbeitet. In der Projekteingabe war dann aber von über 1000 Personen die Rede.

Mitbesitzer Urs Hoffmann gibt sich zuversichtlich, dass auch das restliche Bauprojekt bald bewilligt wird. Die Trinkhalle sei für 500 Personen ausgelegt, die Eingabe des VCS habe sich wohl bald erledigt, erklärt er gegenüber SRF. Im Bereich Vogelschutz werde man «etwas mit den Fensterfronten machen».

«  Klar ist das ein Restrisiko. »

Urs Hoffmann
Verwaltungsrat Hotel Weissenstein AG

Portrait Urs Hoffmann vor dem Kurhaus Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: «Der Geist des Kurhauses bleibt», sagt Mitbesitzer Urs Hoffmann. Seine Firma Baulink macht den Um- und Ausbau. Marco Jaggi/SRF

«Wir sind überzeugt, dass wir diese zwei Einsprachen bereinigen können. Es geht um Details, die wir sicher lösen können. Aber klar ist das ein Restrisiko», so Hoffmann.

Kaffee gibt es immer

Trotz der grossen Bauarbeiten in den nächsten Monaten kann im Kurhaus zu jeder Zeit gegessen und getrunken werden. Zum Teil muss der Restaurant-Betrieb allerdings etwas eingeschränkt werden. Komplett geschlossen wird der Hotel-Bereich. Übernachten ist ab Anfang 2019 für eine Weile nicht mehr möglich.

Trotz des grossen Bauprojekts und der durchgehenden Sanierung auf dem Weissenstein betont Urs Hoffmann, dass man den ursprünglichen Charakter des Kurhauses behalten wolle. «Der Eindruck von aussen bleibt und auch der Geist des Kurhauses, dass es für alle offen ist».