St. Ursen Brandstifter kommt wahrscheinlich noch nicht frei

Die Solothurner Staatsanwaltschaft zieht das Urteil des Solothurner Obergerichts bezüglich der Aufhebung der Verwahrung für den St.-Ursen-Brandstifter ans Bundesgericht weiter. Eine entsprechende Beschwerde ging am Montag in Lausanne ein.

Verbrannter Altar-Raum in der St.Ursen-Kathedrale Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Brandstifter hat in der St. Ursen-Kathedrale einen Schaden von 3,5 Millionen Franken angerichtet. Keystone

Der Eingang der Beschwerde wurde von Peter Josi, dem Medienbeauftragen des Bundesgerichts, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda bestätigt. Ob gleichzeitig auch Sicherheitshaft beantragt wurde, konnte Josi nicht sagen.

Solothurner Obergericht wollte Verwahrung aufheben

Die Solothurner Staatsanwaltschaft war wegen eines Feiertages nicht erreichbar. Angesichts der Beschwerde kann aber davon ausgegangen werden, dass die Solothurner Staatsanwaltschaft Interesse daran hat, dass der Mann vorerst noch nicht auf freien Fuss gesetzt wird.

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Verwahrung ja oder nein?

Die gegen ihn ausgesprochene unbedingte Freiheitsstrafe von 14 Monaten wegen Brandstiftung, mehrfacher Störung des Bahnverkehrs sowie Drohung und Schreckung der Bevölkerung hat der Mann längst abgesessen. Zuletzt ging es vor dem Obergericht Solothurn darum, ob der Mann, wie von der Staatsanwaltschaft beantragt, vorerst verwahrt bleibt.

Das Solothurner Obergericht hatte letzte Woche entschieden, dass die Verwahrung für den 66-jährigen Mann aufgehoben wird. Er wurde nach dem Urteil am letzten Freitag allerdings noch nicht in die Freiheit entlassen. Dies wird aber am Mittwochabend der Fall sein, wenn bis zu diesem Zeitpunkt Sicherheitshaft nicht beschlossen wurde.

Brandanschlag auf Altar

Der Mann hatte am 4. Januar 2011 in der St.-Ursen-Kathedrale in Solothurn über den Altar und den darunter liegenden Teppich rund 20 Liter Benzin geschüttet. Das dabei entstandene Gemisch aus Luft und Benzin zündete er mit einer Kerze an. Verletzt wurde niemand. Beim Brandanschlag entstand ein Sachschaden von 3,5 Millionen Franken.

Davor hatte der Mann im März 2009 beim Bahnhof Olten-Hammer mit einer selber gebauten Metallvorrichtung einen Zug entgleisen lassen wollen. Und im Juli 2010 erschreckte er im Gotthardtunnel mit einer selbst gemachten «Bombenweste» die Zugpassagiere.