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Aargau Solothurn Stägeli uf, Stägeli ab

Martin Jeker ist Lift-Ersatz. Seit der Lift im Bahnhof Olten kaputt ist, helfen er und seine Kollegen von der Securitrans den Leuten die Treppen rauf und runter. Von morgens früh um 6 Uhr bis abends spät um 0.45 Uhr tragen sie Koffer, Kinderwagen und Velos.

Für einmal ersetzt nicht die Maschine den Menschen, sondern der Mensch die Maschine: Weil einer der Lifte im Bahnhof Olten nach einer Überschwemmung in der Unterführung nicht mehr läuft, springen Mitarbeiter der SBB-Tochter Securitrans ein. Im Schichtbetrieb helfen die rund 10 Männer Koffer tragen, Velos schleppen, Kinderwagen transportieren.

Der Leiter der Gruppe ist Martin Jeker. Der Schwarzbube aus Nunningen sorgt normalerweise im Bahnhof Basel für Ruhe und Ordnung. Dort patrouilliert er mit Sicherheitsweste und hat eher mit Hooligans zu tun als mit Kinderwagen.

Mehr als nur Kofferträger

Von einer Strafversetzung nach Olten könne keine Rede sein, sagt der 37-Jährige. Er nimmt den Job als Lift-Ersatz sehr ernst: «Es ist sicher nicht das, was wir sonst machen. Aber solange wir helfen können, machen wir das».

Jeker versteht sich als Dienstleister und hilft, wo er kann - nicht nur beim Kofferschleppen: Er erteilt eine Fahrplanauskunft, weist den Weg zu den Toiletten, oder hilft jemandem am Automaten ein Ticket zu lösen.

Ein Job für sportliche Typen

Und ab und zu muss er tatsächlich zeigen, dass er Muskeln hat. Dann kommen Velo-Touristen mit ihren vollgepackten Fahrrädern und bitten den menschlichen Lift-Ersatz, ihre Gefährte die 24 Stufen hochzutragen.

Wahrscheinlich noch bis Mitte August stehen Martin Jeker und seine Mannen bei der Treppe, bis die Ersatzteile für den kaputten Lift in Olten eintreffen und der Aufzug geflickt werden kann. Dann müssen die Velofahrer wieder selber schauen, wie sie von der Unterführung aufs Perron kommen.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 17:30 Uhr

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
    Mit Sicherheit wissen die Männer am Schluss ihrer Schicht, was sie getan haben und die Tretmaschine im Fitnesscenter können sie auslassen ;-) Ein weiterer Pluspunkt, man kommt sich auch menschlich wieder näher, im Gegensatz zum anonymen Lift. Es gibt sie noch, die positiven Nachrichten und wenn es noch so kleine Dinge im Leben sind. Gut gemacht.
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