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Steuerstatistik 2017 Die Solothurner sind die Ärmsten

In keinem anderen Kanton ist das Reinvermögen so klein. Warum?

Tabelle
Legende: Die neusten Zahlen aus der Steuerstatistik 2017 des Bundes. Eidgenössische Steuerverwaltung

Das Reinvermögen aller natürlichen Personen in der Schweiz beträgt 1,76 Billionen Franken (aktuellste Zahlen von 2014). Und auch die Solothurner sind nicht wirklich arm. Im Durchschnitt hat jede steuerpflichtige Person im Kanton Solothurn ein Reinvermögen von 150'000 Franken.

Im Vergleich mit anderen Kantonen ist das allerdings der tiefste Wert. Sogar im oft als Armenhaus der Schweiz bezeichneten Jura sind die Menschen vermögender.

«Man kann sicher nicht sagen, dass wir im Kanton Solothurn arm sind wie Kirchenmäuse», relativiert Thomas Fischer, stellvertretender Leiter des Steueramts. Er hat zwei Erklärungen für das statistisch tiefe Reinvermögen.

Tiefer Katasterwert verfälscht Statistik

Erstens werden Häuser im Kanton Solothurn sehr tief besteuert, der sogenannte Katasterwert ist einer der tiefsten der Schweiz. Viele Solothurner haben ihr Vermögen in einem Haus angelegt, der Mieteranteil ist geringer als im Schweizer Durchschnitt. In der Statistik erscheint aber nicht der echte Wert der Häuser, sondern der sehr tiefe Steuerwert.

Zweitens wird auch bei den Wertschriften nicht immer der echte Wert besteuert. In gewissen Fällen (wenn der Ertragswert tiefer ist als der Verkehrswert) gibt es einen Rabatt, was viele andere Kantone nicht kennen.

Ergo: Die Zahlen in der neusten Statistik des Bundes stimmen zwar, sie zeigen aber wie so oft auch in diesem Fall nur die halbe Wahrheit. Auf dem Papier sind die Solothurner die Ärmsten. Wie es in Wirklichkeit aussieht, bleibt unklar.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Kurt E. Müller (KEM)
    Man hätte von den gut bezahlten Statistikern des Bundes eigentlich schon erwarten können, dass sie die kantonal unterschiedlich bewerteten Liegenschaften für einen aussagekräftigen Vermögensvergleich einander angleichen. Das macht jedes Provinzsteueramt mit dem sogenannten Repartitionswert, wenn es z.B. um Steuerausscheidungen geht. Die "richtigen" Zahlen wären also bereits vorhanden. Vielleicht einfach nochmals eine neue Statistik erstellen, die hält was sie verspricht?
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