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Streit um verseuchte Gärten Der Klügere gibt nicht nach

Die Gemeinde Derendingen hat sich nun auch noch mit dem letzten Elsässli-Hausbesitzer geeinigt. Er erhält mehr Geld.

Die Vorgeschichte: Im 19. Jahrhundert baute die Kammgarnfabrik in Derendingen eine Siedlung für ihre Arbeiter. Heute ist diese als «Elsässli» bekannt. In den Gärten hat man Bodenplatten verlegt. Diese stammten vom Dach der benachbarten Fabrik und haben wahrscheinlich die Böden vergiftet. Im Jahr 2010 wurde dann ein krebserregender Stoff in den Gärten entdeckt.

Alte Flugaufnahme einer Fabrik.
Legende: Die Arbeitersiedlung «Elsässli» mit ihren Gärten in den 1920er-Jahren. Dahinter die Kammgarnspinnerei. ZVG/Kanton Solothurn

Der jahrelange Rechtsstreit: In der Folge tobte ein jahrelanger Rechtsstreit. Unter anderem ging es um die Frage, wer die Sanierung der Böden bezahlen muss. Im letzten Dezember gab es eine Einigung: Die Gemeinde Derendingen hat sich mit 23 von 25 Hausbesitzern darauf geeinigt, einen Teil der Kosten zu übernehmen.

Die Lösung für die meisten: Die Gemeinde zahlt insgesamt rund eine halbe Million Franken an die Hausbesitzer. Jeder erhält zwischen 15'000 und 25'000 Franken. Die Gemeinde bezahlt, sobald das Gift aus den Boden geholt wurde. Zwei Hausbesitzer haben diesem Deal nicht zugestimmt.

Wilder Garten, dahinter ein Haus.
Legende: Viele Gärten im Elsässli-Quartier sind kleine Paradiese für die Bewohner der ehemaligen Arbeitersiedlung. J. Batten/Schweizer Heimatschutz

Die letzte Einigung: Ein Hausbesitzer hat anschliessend die Gemeinde verklagt. Nun konnte die Gemeinde mit ihm eine Lösung finden. Vor Gericht wurde ein Vergleich abgeschlossen. «Damit ist für uns das Verfahren definitiv juristisch erledigt», sagt der Gemeindepräsident Kuno Tschumi gegenüber Radio SRF. Allerdings hat dies einen Preis. Die Gemeinde muss diesem Hausbesitzer rund 5000 bis 10'000 Franken mehr bezahlen als den anderen Hausbesitzern.

Das letzte Kapitel: Damit die Hausbesitzer das Geld der Gemeinde erhalten, müssen sie die Gärten nun sanieren. Dafür braucht es eine Baugenehmigung. Die ersten Hausbesitzer hätten bereits ein Gesuch gestellt, so Tschumi. Er glaubt, dass bis in etwa zwei Jahren die Gärten des Elsässli-Quartiers vom Gift befreit sind.

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