Stromkonzern Alpiq will weiter «restrukturieren»

Der Oltner Energiekonzern Alpiq leidet unter der Energiewende. Auch im dritten Quartal drücken grosse, alte Energie-Anlagen auf das Geschäftsergebnis. Das Sparprogramm im Konzern soll deshalb «verstärkt» werden. Wie, ist allerdings offen.

Ein Flusskraftwerk von Alpiq an der Aare in Gösgen, im Hintergrund das AKW Gösgen, das ebenfalls zur Alpiq gehört. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Energiewende drückt aufs Geschäft Aktuell produziert Alpiq wie hier in Gösgen vor allem Strom aus Wasser- und Atomkraft. keystone

Der Energiekonzern Alpiq hat in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres einen Gruppengewinn von 144 Millionen Franken erzielt, 20 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode. Auch der Nettoumsatz des Stromkonzerns ging im dritten Quartal zurück, und zwar um 5,3 Prozent auf 9,7 Milliarden Franken.

Grund dafür seien die tieferen Strompreise und die geringere Nachfrage, teilte Alpiq am Montagmorgen mit. Die Alpiq hat aber auch ein Strukturproblem. Sie besitzt grosse Energie-Produktionsanlagen in über 20 Ländern. Diese Kraftwerke verlieren an Wert, weil künftig eher Photovoltaik und Windenergie gefragt sind.

Alpiq musste deshalb bereits im vergangenen Jahr 1,7 Milliarden Franken auf solchen Anlagen abschreiben. Und auch 2012 könnte es wieder grosse Abschreibungen geben, heisst es auf Anfrage von Schweizer Radio und Fernsehen beim Konzern in Olten.

Restrukturierungsprogramm «verstärken»

In Anbetracht der verschlechterten Marktbedingungen prüfe man derzeit zudem, das «laufende Restrukturierungsprogramm zu verstärken». Das Restrukturierungsprogramm umfasst unter anderem auch den im November 2011 begonnenen Stellenabbau.

Auch der Verkauf des tschechischen Braunkohlekraftwerks in Kladno/ Zlin sei eine Option, heisst es im Communiqué. Worin die weiteren Restrukturierungsmassnahmen sonst genau bestehen, war auf Nachfrage bei der Medienstelle nicht zu erfahren.

Weiterer Stellenabbau bei Alpiq?

Die zur Diskussion stehenden Massnahmen seien «strategischer, struktureller und finanzieller» Art, war Sprecher Martin Stutz einzig zu entlocken. Ob ein weiterer Stellenabbau bevorstehe, könne man derzeit noch nicht sagen.

Das im November 2011 lancierte Restrukturierungsprogramm umfasste bis anhin die Streichung von 450 Stellen, 170 davon in der Schweiz. Zudem verkaufte der Stromkonzern das Anlagetechnikgeschäft.

«Geografisch fokussieren»

Generell wolle sich Alpiq auf das Geschäft in der Schweiz und in den umliegenden Ländern konzentrieren, hiess es auf Anfrage.

Man wolle sich «geografisch fokussieren». Deshalb ist Alpiq bereits in mehreren Ländern aus dem Stromgeschäft ausgestiegen, namentlich in Finnland, Italien, Spanien und Rumänien.