Teilweise Entwarnung nach Russ-Verschmutzung in Wallbach

Anfang Woche ging über einem Teil der Gemeinde Wallbach eine Art Russ-Regen nieder. Inzwischen wurden die Partikel von einem Labor untersucht. Die Behörden geben zum Teil Entwarnung. Gemüse und Früchte aus Gärten sollen aber weiterhin entsorgt werden.

Ein Schornstein ragt aus dem Wald, im Vordergrund der Rhein. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Russ in Wallbach stammt von einer deutschen Recycling-Firma auf der anderen Seite des Rheins. SRF

Die Substanz, die in der Nacht auf Dienstag aus einem deutschen Recyclingwerk entwich und die Gemeinde Wallbach mit einer Russschicht überzog, enthält diverse Metalle, Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Polychlorierte Biphenyle (PCB). Auch Dioxine wurden freigesetzt.

Die Bodenbelastung im betroffenen Gebiet sei aber sehr gering und liege unter den Richtwerten für belastete Böden, teilte die Gemeinde Wallbach am Freitag mit. Dies gelte auch für Haus- und Familiengärten. Genaue Messresultate liegen allerdings erst über die Belastung durch die Metalle sowie durch PAK und PCB vor.

Gemüse und Früchte entsorgen!

Bis die Dioxinwerte vorlägen, werde aus methodischen Gründen trotz absoluter Priorisierung noch eine Woche vergehen, heisst es in der Mitteilung weiter. Frau Gemeindeammann Bernadette Favre rechnet gegenüber Radio SRF damit, dass die Resultate am Donnerstag bekannt gegeben werden können.

Der Gemeinderat empfiehlt weiterhin, im betroffenen Gebiet alle erntereifen Früchte und Gemüse zu entsorgen. Auch Sandkästen sollten 10 Zentimeter tief abgetragen und der Sand entsorgt werden. Für den Abtransport des Materials hatte die Gemeinde bereits kurz nach dem Ereignis mehrere Container aufgestellt.

Die Firma muss wohl zahlen und büssen

Russniederschlag in Wallbach

1:05 min, aus Schweiz aktuell vom 3.9.2013

Seit Dienstag ist ein grenzüberschreitender Krisenstab im Einsatz, er stand zu Beginn unter der Leitung der Aargauer Kantonspolizei. Diese hatte am Dienstag einen Alarm ausgelöst, um die Bevölkerung zu informieren.

Die strafrechtlichen Untersuchungen werden von den deutschen Behörden geleitet. Die Firma Alunova bedauerte gegenüber der Gemeinde Wallbach den Vorfall, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Zur Regelung der Schadensansprüche schaltete die Firma eine Versicherung ein und schickte Experten zur Schadensaufnahme auf die Schweizer Seite.

Die Experten seien über das Wochenende im Gemeindehaus einquartiert. Betroffene Grundeigentümer könnten sich melden oder würden kontaktiert. Empfohlen wird, dass beschädigte Gebäude, Teile oder Fahrzeuge fotografiert und dokumentiert werden.