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Teures Strassenverkehrsamt Tiefere Gebühren? Nein, danke

Zu hohe Gebühren: Die neusten Zahlen der eidgenössischen Finanzverwaltung sprechen eine deutliche Sprache: Das Aargauer Strassenverkehrsamt verlangt 40 Prozent zu viel für seine Dienstleistungen. In anderen Kantonen wie etwa in Appenzell Innerrhoden, in Genf oder im Tessin ist es sogar noch mehr.

Grafik der Gebühren der verschiedenen Kantone.
Legende: Die meisten Strassenverkehrsämter verlangen zu hohe Gebühren. 100 Prozent wäre kostendeckend. Eidgenössischen Finanzverwaltung

Preisüberwacher unzufrieden: Für den Schweizer Preisüberwacher Stefan Meierhans ist klar, das geht so nicht. «Der Kunde kann nicht auswählen, bei wem er die Leistungen bezieht», so Meierhans. Die Strassenverkehrsämter hätten schliesslich ein Monopol. In der Bundesverfassung sei deshalb geregelt, dass die Kantone mit den Gebühren nichts verdienen dürfen.

Mehr Gebühreneinnahmen: Tatsächlich dürfte das Strassenverkehrsamt aber immer mehr Geld in die Aargauer Kantonskasse spülen. Der Finanzleiter des Strassenverkehrsamts, Roger Meier, sagt: «Wir haben immer mehr Fahrzeuge eingelöst, was natürlich immer mehr Ertrag bringt». Gleichzeitig arbeite man stetig effizienter. Mehr Einnahmen bei gleichzeitig geringeren Kosten bedeutet, dass das Strassenverkehrsamt immer mehr rentiert.

Ein Mann kontrolliert ein Auto
Legende: Das Strassenverkehrsamt wird für den Kanton Aargau immer rentabler. Keystone

Kaum Gebührensenkungen: Wenn sich der Kostendeckungsgrad immer positiver entwickelt, müssten eigentlich die Gebühren sinken. Dazu dürfte es allerdings kurzfristig nicht kommen. Im Aargau gebe es zurzeit keine entsprechenden Bestrebungen, erklärt der Finanzleiter des Strassenverkehrsamts.

Rechentricks für höhere Gebühren? Für Meier ist auch klar, man müsste zuerst den Aufwand des Verkehrsamts neu berechnen: «Wenn man die tatsächliche Kostendeckung berechnen möchte, dann müsste man auch die zusätzlichen Kosten, die zurzeit noch nicht anfallen, dazu rechnen». Als Beispiel nennt er die theoretische Miete für das Gebäude des Strassenverkehrsamts. Oder anders gesagt: Der Kanton Aargau könnte seine Ausgaben hochrechnen, damit er die Gebühren nicht senken müsste.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (jolanda)
    Wir müssen nicht auf die Männer im ölverschmierten Prüfkanal mit Verunglimpfungen schiessen! Die Gebühren und Prüftarife machen die kantonalen Behörden (also die Politik). Es war schon immer so: "Man muss dort Geld einfordern, wo es problemlos etwas zu holen gibt!" Die Eigenheimbesitzer und Autofahrer(innen) galten bei den kantonalen Finanz-Ministern (Säckelmeister) schon immer als die effizientesten und besten "Melk-Kühe" im Land, der stets steigenden Kosten in und für die "soziale Wohlfahrt"!
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    1. Antwort von Robert Frei (RFrei)
      Bei aller Sympathie für die Männer im Prüfkanal, die ehrliche Hand- und Kopfarbeit leisten, muss man sich fragen ob so ein intensiver Aufwand zur Motorfahrzeugkontrolle wie in der Schweiz tatsächlich notwendig ist. Ein Amerikaner hat mir mal gesagt, dass es den Anschein hat, dass in Schweiz jedermann ein neues Auto fährt.
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    2. Antwort von Rolf Bolliger (jolanda)
      Ihre Beschreibung, Herr Frei, kann ich voll unterstutzen und mittragen. Nur, es ist halt eine (politisch) beschlossene Gesetzgebung, die uns Autofahrer mit teuren Selbstkosten belastet! Wenn wir diese Sturheit (Geldeintreibung) abschaffen wollen, müssen wir einen anderen (eben politischen) Weg einschlagen, als einfach die MFK-Mitarbeiter(innen) zu kritisieren oder anprangern! Noch dies: Die 300'000 Grenzgänger kommen anderseits, täglich mit ihren nicht kontrollierten Fahrzeugen in die Schweiz!
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    3. Antwort von Udo Isaenko (instruisto)
      Ach, die z.B. in Deutschland oder Frankreich immatrikulierten Kraftfahrzeuge der Grenzgänger werden in diesen Ländern nicht kontrolliert? Ganz was neues, Herr Bolliger. Gibt es dort keinen TÜV oder Contrôle technique?
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  • Kommentar von Robert Frei (RFrei)
    Hier von "Dienstleistungen" zu sprechen ist wohl ein Hohn. Dieses Amt ist ein unkontrollierter Selbstläufer, welcher Diktate macht, gegen die der Bürger nicht einmal einsprechen kann. Zudem ist das Amt noch übereifrig, beispielsweise müssen betagte Autofahrer bereits vor Erreichen der Altersgrenze die erste Arztkontrolle machen. Gebühren senken und das Amt re-dimensionieren!
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Die Arroganz und Dreistigkeit der Beamten nimmt langsam aber sicher ungesunde Dimensionen an. Da kommt so ein Rechenschieber und droht mit Rechentricks, damit die Höhe der Gebühren "gerechtfertigt" ist. Miete zahlen fürs eigene Gebäude, beispielsweise... Genau. Mal schauen, was das Steueramt bei der nächsten Steuererklärung dazu sagt, wenn ich das mache. Gottseidank kann man sein Auto auch in einem andern Kanton vorführen und sowieso: Bei solchen Kleinkönigen ist es besser umzuziehen.
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