Offene Lehrstellen Traumberuf Koch? Ja, vor allem mit einem Praktikum in Hongkong!

Es gibt Berufe, bei denen Junge die Nasen rümpfen. Lehrstellen als Koch sind zum Beispiel wenig beliebt. Was Jungkoch Michael Skrbinjek nicht versteht. Erst recht nicht nach seinem Praktikum in Asien.

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Bildlegende: Michael Skrbinjek aus Erlinsbach lernt in Hongkong, wie man Sushi macht. zvg/Michael Skrbinjek

Michael Skrbinjek ist 20-jährig und leidenschaftlicher Koch. Er hat in diesem Sommer vor seinem dritten Lehrjahr eine ganz besondere Erfahrung machen dürfen: Als «Austausch-Koch» im Disneyland Hongkong.

Die Idee stammt von der Berufsschule Baden. Sie will die Kochlehre mit diesem mehrwöchigen Praktikum attraktiver machen für junge Menschen auf Berufssuche. Bei Michael Skrbinjek hat die «Werbemassnahme» gewirkt. Er ist mehr denn je überzeugt davon, dass sein Beruf der beste ist.

SRF: Warum haben Sie dieses Ausland-Praktikum gemacht?

Michael Skrbinjek: Das war für mich nie eine Frage, das ist eine einmalige Gelegenheit während einer Lehre. Und Asien, das ist eine sehr interessante Region auch vom Essen her, eine völlig andere Kultur als hier.

Sie waren dann als Lehrling im Disneyhotel in Hongkong, ein sehr grosser Betrieb in einer komplett neuen Umgebung. Wie war das für Sie?

Das Disneyland Hongkong ist eine Art «Europapark» mit vielen verschiedenen Restaurants. Am ersten Tag hatte ich schon noch meine Schwierigkeiten. Alle sprachen englisch, niemand war so richtig verantwortlich für mich, alles war neu. Aber es war eine super Erfahrung.

Zwei Teller mit Lachstartar und Dekoration Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Kochkunst im Disneyland Hongkong: Lachstartar. zvg/Michael Skrbinjek

Was war genau Ihr Job?

Ich habe immer gewechselt. Habe einmal in einem A-la-carte-Restaurant gearbeitet, dann in einer Buffet-Küche und auch in einem Verpflegungsrestaurant. Auch die Patisserie durfte ich anschauen - von dort wird das ganze Disneyland mit Kuchen beliefert. Das war sehr inspirierend, was die für schöne Sachen machen.

Wie wurden Sie als Lehrling aus der Schweiz aufgenommen?

Niemand hat verstanden, was genau ein «Lehrling» ist. Die einen dachten, ich sei zum ersten Mal in einer Küche. Die erklärten mir dann «Achtung, es ist heiss hier» und «so muss man schneiden». Andere dachten, ich sei ein Student. Ich erklärte dann, dass ich vier Tage arbeite und einen Tag in die Schule gehe.

Lustig war auch, dass der dortige Schweizer Küchenchef Ruedi Müller ebenfalls in Baden zur Berufsschule gegangen war. Und wenn man dann erklärt, man besuche die gleiche Schule wie damals Herr Müller, dann sagten alle «Wow» und «oh» und waren so richtig inspiriert davon.

Stadtansicht mit Sonnenuntergang Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Hongkong by night: Die Grossstadt hat dem jungen Koch so gefallen, dass er sofort wieder hingehen würde. zvg/Michael Skrbinjek

Was haben Sie in Hongkong gelernt, was man in der Schweiz nicht hätte lernen können?

Der ganze Umgang mit asiatischen Gewürzen, Gemüse, mit Enten und so weiter. Meine Spezialität sind jetzt Dim-Sum, das sieht man hier nie. Das sind Teigtaschen, die mit Suppe und Fleisch gefüllt werden. Dann werden sie in einem Bambus-Steamer gekocht. Ich habe mich immer gefragt, wie man die Suppe in so eine Teigtasche bringt. Die Erklärung ist ganz einfach: Die Suppe ist geliert.

Würden Sie so ein Praktikum im Ausland weiter empfehlen?

Ja sicher. Man lernt nicht nur bei der Kochtechnik dazu. Man lernt viel über sich selber, lernt auf die Menschen zuzugehen, sich zu integrieren. Das empfehle ich jedem und ich hoffe auch, dass die Berufsschule dieses Angebot weiterführen kann.

Das Gespräch führte Ralph Heiniger.

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