Unbekannt, ländlich, still, sucht...

Wo eigentlich ist Mettauertal? Kaum jemand im Aargau wisse das. Die Gemeinde sei schlicht zu unbekannt findet die Bevölkerung und möchte das nun mit einer Werbekampagne ändern, auch damit mehr Steuerzahler ins Dorf ziehen. Um die Leute anzulocken, hat man sich etwas spezielles einfallen lassen.

Es ist ruhig und ländlich im Mettauertal – und genau das könnte Leute dazu bewegen, in die Gemeinde im nordöstlichen Fricktal zu ziehen. Sofern sie denn davon wüssten, sagt Gemeindepräsident Peter Weber: «Es würde den Leuten hier sicher gefallen, sie müssten die Gemeinde nur mal kennenlernen.»

Neue Einwohner, neue Steuerzahler

Tatsächlich gibt es Mettauertal als Gemeinde noch gar nicht lange. Die Fusionsgemeinde im Bezirk Laufenburg ging 2010 aus dem Zusammenschluss von Etzgen, Hottwil, Mettau, Oberhofen und Wil hervor.

Aktuell zählt man knapp 2000 Einwohnerinnen und Einwohner. Zu wenig, findet die Gemeinde und möchte wachsen, vor allem aus einem Grund.

In Mettauertal sind die Finanzen knapp bemessen. «Uns fehlt pro Jahr rund eine Million Franken im Budget», erläutert der Gemeindepräsident. Das solle nicht so bleiben: «Wir wollen nicht für immer am Tropf des Finanzausgleiches hängen, sondern wollen uns selber finanzieren können.» Deswegen wolle man neue Einwohner, vor allem natürlich neue Steuerzahler ins Dorf locken.

Es lockt die Idylle

Aber wie soll eine Gemeinde in der ruhigen Aargauer Peripherie, in sehr ländlichem Umfeld ohne grosse Unterhaltungsangebote Leute anlocken? Viel los ist hier nicht. Und genau damit will die Gemeinde nun Leute von ihren Qualitäten zu überzeugen.

Zur Rushhour im Mettauertal trifft man höchstens auf einen Stau von Milchkühen, so präsentiert sich ein Sujet der neuen Werbekampagne. Diese ländliche Idylle würde wohl vielen stressgeplagten Agglomerationsbewohnern gefallen, ist die Gemeinde überzeugt.

Geht die Idylle baden?

Als Zielgrösse nennt Gemeindepräsident Weber ein Zuwachs von um die 500 Personen. Das entspräche einem Bevölkerungsanstieg von gut 25 Prozent. Würde damit nicht genau die nun vermarktete ländliche Idylle verloren gehen? Weber verneint: «Erstens werden jetzt nicht auf einen Schlag Hundertschaften von Neuzuzügern anklopfen», schmunzelt der Gemeindepräsident.

«Zweitens könne man 500 neue Einwohner vom Platz her gut unterbringen», erklärt Weber. Damit dürfte man im Mettauertal wohl tatsächlich kaum ein Problem haben, flächenmässig ist es nämlich die grösste Gemeinde im Aargau.

Die Strategie würde auch von der Bevölkerung getragen, sagt der Gemeindepräsident. Natürlich müssten sich Neuankömmlinge und Alteingesessene aneinander gewöhnen, das sei aber schon zu bewerkstelligen. Und wenn die Finanzen im Dorf ins Lot kämen, dann wäre ja auch den Ur-Mettauertalern geholfen.

(Bildquelle Teaserbild: Keystone)