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Vertrocknete Böden Bewässerung ist kein Allheilmittel

Legende: Audio Bewässern löst Problem kaum abspielen. Laufzeit 02:31 Minuten.
02:31 min, aus HeuteMorgen vom 31.07.2018.

Die Trockenheit macht Bauer Michi Dürig aus Dintikon (AG) zu schaffen. Von seinen hier auf dem Feld neu gepflanzten Bohnen seien nur gerade zehn Prozent aufgelaufen, hätten also zu wachsen begonnen. Um wenigstens diese zehn Prozent zu retten, muss der Bauer nun künstlich bewässern. Alleine das Verlegen von mehreren hundert Metern Schlauch ist ein grosser Aufwand.

Ein Schlauch auf einem Feld
Legende: SRF

Und die Bewässerung bietet nicht einmal absolute Sicherheit, dass die Pflanzen tatsächlich überleben. Mehr noch: Das künstliche Wässern hat sogar auch Nachteile. Einerseits verbrauchen die Bauern dadurch viel Wasser, welches in Regionen ohne See oder Fluss sowieso schon knapp ist. Andererseits vertragen gewisse Pflanzen die künstliche Bewässerung gar nicht. Wegen der Kombination aus Wasser und starker Sonnenstrahlung verbrennen sie.

Ein Mann auf einem Feld
Legende: SRF

Für Alois Huber, den Präsidenten des Aargauer Bauernverbands, ist klar, dass künstliche Bewässerung nur zeitweise eingesetzt werden soll. Es sei keine Lösung für den ganzen Sommer. Wegen des Klimawandels müsse man auch andere Lösungen suchen. Huber meint damit etwa neue Pflanzen, welche die Hitze besser ertragen und auch bei Trockenheit besser wachsen. Dazu müssten aber auch die Konsumentinnen und Konsumenten umdenken und bereit sein auf ihr gewohntes Sortiment in den Läden zu verzichten.

Schläuche auf einer Wiese
Legende: SRF

Für die weitere Verbreitung von hitzeresistenteren Pflanzen braucht es auch noch Forschung. Bis es soweit ist, muss Bauer Michi Dürig in Dintikon weiterhin kilometerweise Schläuche verlegen, um seine Felder zu bewässern. So schafft er es vielleicht immerhin einen Teil seiner Ernte zu retten.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von jean-claude albert heusser (jeani)
    Da die Pflanzen ihren Wachstumsbedarf zu 90% über die Wurzeln aufnehmen ist ein grossflächiges Bewässern "pure Wasserverschwendung" und nicht effizient! Das Beste wäre ein gezieltes Bewässerungssystem der Wurzeln nach dem Tropfenprinzip! Ich wiederhole mich: Im regenarmen Südtirol bewährt sich dies schon seit mehrvals 30Jahren im Obstanbau wo jeder 4te in der EU verkaufte Apfel herkommt!
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Weite Teile von Europa erleben derzeit eine andauernde Hitzewelle. Für die Bauern ist die anhaltende Hitze und Dürre je nach Ausrichtung Fluch oder Segen. Während die Obstbauern eine sehr gute Ernte einführen, haben Getreidebauern und Milchviehhalter ernste Probleme. Die Bauern klagen über trockene Felder und somit auch über Futterknappheit. Sie verfüttern teilweise bereits die Winterreserven. Hat die Trockenheit nicht bald ein Ende, müssen sie einige Kühe schlachten.
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  • Kommentar von Paul Meier (Paul Meier)
    Liebe Stadtpflanze. Wir würden noch so gerne dem Boden eine "Schutzhülle" geben bei dieser Hitze. Momentan ist es aber sinnlos, eine Zwischenfrucht zu sähen. Aber ohne Feuchtigkeit, keine Keimung. Wenn doch, mit Sicherheit wird der Keimling verdorren. Die Natur sagt nun mal, wo es lang geht. Manchmal schadet sie sich selber. Tatenlos müssen wir nun mal zusehen, Weltweit, was die Natur im Übermass geliefert zerstören kann. Mit der Übernutzung der Recourssen trägt der Mensch das Seinige dazu bei.
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