Vier Aargauer Spitäler haben zu viel kassiert

Mehrere Spitäler im Kanton Aargau haben im vergangen Jahr mit zu hohen Tarifen abgerechnet. Dies hat die Aargauer Regierung entschieden. Die Spitäler müssen die Rechnungen neu verschicken.

Sie sollte die Kosten senken: Die Fallpauschale. Damit erhält ein Spital für eine Behandlung einen fixen Betrag. Nun zeigt sich, wie komplex das Vorhaben ist. So sind die fixen Beträge für einen Eingriff nicht in allen Spitälern gleich hoch.

Aufnahme der Klinik von aussen, es ist ein Glas-Stahl-Gebäude. Auf dem Vorplatz stehen mehrere Bäume. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Aarauer Klinik Hirslanden muss die Rechnungen vom Jahre 2012 neu verschicken. ZVG

Das Kantonsspital Aarau erhält etwa für einen Eingriff mehr Geld als die Hirslandenklinik im Aarauer Schachen. Robert Rhiner vom Aargauer Gesundheitsdepartement begründete dies gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF damit, dass das Kantonsspital rund um die Uhr auch Notfälle aus allen Spezialgebieten behandeln können muss. Deshalb seien die hohen Tarife der Kantonsspitäler Aarau und Baden auch gerechtfertigt, entschied die Regierung.

Spitäler müssen Rechnungen stornieren

Anders sieht es bei den Spitälern Menziken, Leuggern, der Klinik Villa im Park in Rothrist und bei der Hirslandenklinik in Aarau aus. Eine Berechnung der Aargauer Gesundheitsdirektion zeigt, dass diese im vergangen Jahr mit zu hohen Tarifen rechneten.

Deshalb müssen sie rückwirkend für das Jahr 2012 bei vielen Behandlungen nachrechnen und auch neue Rechnungen verschicken. Dies bedeutet einen grossen administrativen Aufwand. Alleine die Spitäler Menziken und Leuggern müssen rund 7'700 Rechnungen neu erstellen.

Aber auch die Krankenkassen sind unzufrieden. Sie kritisieren, dass der Entscheid der Regierung zu wenig weit geht. So wurden einzelne Tarife zwar gesenkt. Die Kosten liegen aber immer noch 66 Millionen Franken über dem, was der  Preisüberwacher will.

Weiterzug ans Bundesverwaltungsgericht möglich

Die Spitäler und die Krankenkassen haben immer noch eine Möglichkeit, wie sie die tieferen Tarife verhindern können: Sie können den Entscheid der Aargauer Regierung innerhalb von 30 Tagen ans Bundesverwaltungsgericht weiterziehen.

Ein solcher Rechtsstreit droht auch für die nächsten Jahre. Die Verhandlungen über die Tarife im laufenden und im kommenden Jahr sind im Gang. Krankenkassen und Spitäler konnten sich auch für die Jahre 2013 und 2014 noch nicht auf eine «base rate» einigen.

Mittelfristig möchte der Kanton Aargau die Debatte über die Tarife jedoch beenden. Die Preise für die Behandlungen sollen auch in den Kantonsspitälern sinken. Bis 2017 möchte man dies erreichen. Das Ziel, dass alle Spitäler mit den gleichen Tarif abrechnen, dürfte jedoch nicht einfach zu erreichen sein.