Volksmusikfest 2015 in Aarau: Viele wollen wirten

Das Eidgenössische Volksmusikfest gastiert 2015 in Aarau. Damit richtet die Stadt bereits zum vierten Mal innert zehn Jahren ein Eidgenössisches Fest aus. Aktuell suchen die Organisatoren nach Wirten und Vereinen, die eine Festwirtschaft betreiben wollen. Es gibt viel Interesse, aber auch Skepsis.

Schwyzerörgel-Formation Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Eidgenössische Volksmusikfest (im Bild Chur 2011) soll über 3000 Musikanten in die Aarauer Altstadt locken. Keystone

Zusatzinhalt überspringen

Turnfest auch in Aarau

Der Reigen an Eidgenössischen in Aarau findet auch nach dem Volksmusikfest seine Fortsetzung: 2019 wird das Eidgenössiche Turnfest in Aarau ausgetragen. Dieser Anlass wird im Gegensatz zu den anderen Eidgenössischen aber nicht von Marcel Suter organisiert.

«Die Aarauer, die können Feste organisieren», diesen Ausspruch hört Marcel Suter immer wieder. Und er hört ihn gerne. Der Aarauer Kommunikationsprofi organisiert mit dem Eidgenössischen Volksmusikfest 2015 bereits das vierte Eidgenössische Fest innerhalb von zehn Jahren. 2005 feierten die Jodler in Aarau, 2007 gastierte das Schwing- und Älplerfest, 2010 das Schützenfest.

Marcel Suter kennt die Tücken dieser Grossanlässe also genau. 2015 erwartet er über 400 Musik-Formationen und gegen 80'000 Besucherinnen und Besucher. In der ganzen Altstadt sind Bühnen vorgesehen, auf denen verschiedene Volksmusik-Formationen ihre Darbietungen zeigen. Gäste und Musiker wollen verpflegt sein: Suter sucht deshalb aktuell nach Personal für die Festwirtschaften. Am Samstag informiert er die Aarauer Vereine an einem Infotag über die Konditionen und Bedürfnisse.

Klare Bedingungen für Festwirtschaften

«Mit den Wirten der Altstadt haben wir bereits gesprochen. Wir wollen ja nicht, dass fremde Gastronomen direkt vor den Aarauer Restaurants die Festbesucher verpflegen», erklärt Suter im Gespräch mit dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF. Auch bei den lokalen Vereinen sei das Interesse an einer Mitarbeit gross, so seine Feststellung. Allerdings: «Das ist so weit vor dem Fest normal, die Vereine kennen die genauen Bedingungen auch noch nicht.»

«  Man schafft sich natürlich Freunde und Feinde. »

Marcel Suter
Geschäftsführer Volksmusikfest 2015

Spontanes Ständchen einer Ländlerformation in der Churer Altstadt 2011 Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Volksmusikfest als Volksfest: Für die Bewirtung der Tausenden von Gästen in der Altstadt braucht es viel Personal. Keystone

Diese Bedingungen sind dann jeweils durchaus umstritten. Auch 2015 gilt: Wer am Volksmusikfest wirten will, der muss sich an strenge Auflagen halten. «Natürlich muss man zentral einkaufen, es wird ausschliesslich Aargauer Wein ausgeschenkt, wir haben Lieferanten, welche sich finanziell beteiligen und deshalb exklusiv liefern dürfen. Das ist normal, und daran müssen sich alle halten», erklärt Marcel Suter.

Die Aarauer Wirte und Vereine seien nach drei Eidgenössischen Festen in dieser Hinsicht «gebrannte Kinder», meint Suter. Sie wüssten also, was auf sie zukomme. Allerdings betont Suter, dass dies durchaus auch im positiven Sinne gemeint sei. «Beim Jodlerfest zum Beispiel waren die Aarauer Altstadt-Wirte durchaus sehr zufrieden.»

Ein «modernes Volksmusikfest» in Aarau

Grundsätzlich hätten die Aarauer Wirte und Vereine Vertrauen in die Organisatoren, glaubt Suter. Aber: «Wenn man mit Menschen an der Front arbeitet, dann schafft man sich natürlich Freunde und Feinde. Es gibt Leute, die freuen sich, dass ich wieder als Organisator fungiere, andere denken wahrscheinlich: Warum schon wieder der?», meint Suter selbstkritisch.

Das Festkonzept steht gut anderthalb Jahre vor dem Start noch nicht definitiv fest. Suter will aber ein modernes Volksmusikfest organisieren. Dabei riskiert er bewusst, dass die Organisatoren bei traditionellen Volksmusikvertretern auch anecken. «Wir planen zum Beispiel einen internationalen Volksmusikabend am Donnerstag. Ausländerorganisationen werden das Programm mit ihrer Musik bestreiten.» Auch das Gastronomie-Angebot soll vielfältig sein und sich nicht ausschliesslich auf traditionelle Schweizer Speisen beschränken.

«Wir haben beim Jodlerfest ebenfalls moderne Akzente gesetzt. Das war zuerst auch umstritten, im Nachhinein aber waren genau diese Momente der absolute Hit.» Die Eidgenössischen Feste in Aarau bringen damit laut Suter nicht nur der Kantonshauptstadt neue Impulse, sondern auch den organisierenden Traditionsverbänden.