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Vom Anschieber zum Piloten Phase 1 für den Derendinger Bobpilot Simon Friedli

Sieben Jahre war Simon Friedli als Anschieber – hauptsächlich im Bobteam Rico Peter aus Kölliken – in den Eiskanälen dieser Welt unterwegs. Jetzt will der WM-Bronzemedaillengewinner von 2016 zeigen, dass er auch als Pilot erfolgreich sein kann. Am Sonntag beginnt für das frischgegründete Bobteam Friedli Phase 1 eines ehrgeizigen Masterplans.

SRF: Sie gelten im Bobsport als einer der besten Anschieber der Schweiz. Werden Sie auch an den Steuerseilen erfolgreich sein ?

Simon Friedli: Das wird sich weisen. Ich bin zuversichtlich, dass ich meine Ziele erreichen werde.

Wie sieht Ihr Masterplan aus?

Dieses Saison will ich Erfahrungen im Europacup sammeln, vorerst im Zweierbob. Bei guten Resultaten stellt mir der Verband auch einen Einsatz im Weltcup in Aussicht.

Mein grosses Ziel ist die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 2022 in China. Ein Jahr zuvor finden in Whistler Mountain die Weltmeisterschaften statt. Auch dort will ich dabei sein... und um Medaillen kämpfen.

Ein ehrgeiziger Masterplan – wie sind Sie auf den M-Ebenen Mensch, Material und Money unterwegs?

Athletisch sind mein Anschieber Gregory Jones und ich bereit. Gute Startzeiten dürften unsere Stärke sein. Ein sehr wichtiger Faktor, um konkurrenzfähig zu sein. Ausserdem steht mir auch mein langjähriger Pilot Rico Peter mit Rat und Tat zur Seite.

Gute Startzeiten dürften unsere Stärke sein.

Beim Material werde ich sehr gut von meinem Verein Bobclub Zürichsee unterstützt und der Verband leistet wertvollen Support. Beim Punkt Finanzierung gibt es Luft nach oben, ohne Geld geht im Bobsport nichts.

Mannschaftsfoto Viererbob-Team Rico Peter
Legende: Simon Friedli (l.) profitiert noch heute vom Fachwissen seines früheren Teamchefs Rico Peter (2. v.l.). Keystone Archiv

Wie sieht Ihr Finanzplan aus?

Für die Europacup-Saison sind rund 60'000 Franken budgetiert. Das Olympiajahr dürfte eine Viertelmillion kosten. Sponsoren sind herzlich willkommen.

Bob ist eine Randsportart, die viel kostet. Keine Angst davor, am Ende mit leeren Hosentaschen dazustehen?

Die Gefahr besteht tatsächlich, aber Freude und Faszination an diesem Sport überwiegen, sonst würde ich die ganzen Bemühungen nicht auf mich nehmen. Auf die Karte Profi setzt ich sowieso erst dann, wenn eine Saison durch Sponsoring finanziell abgesichert ist. Das müsste spätestens im anvisierten WM-Jahr 2021 der Fall sein.

Noch arbeiten Sie nebst dem Sport in Ihrem Beruf als Koch. Das gibt lange Tage…?

Der Tag beginnt um 4 Uhr 30 und endet um 19 Uhr. Nach dem Job erledige ich administrative Aufgaben, dann geht es für rund zwei Stunden ins Training.

Wie läuft es mit Ihrem Anschieber Gregory Jones, der erst ein paar Monate bei Ihnen ist?

Sehr gut. Er ist jünger als ich und sehr ehrgeizig. Wir pushen uns gegenseitig, das verspricht eine gute Saison. Die Vorbereitung auf den ersten Einsatz im Europacup (ab 3. Dezember in Segulda, Lettland), hat heute begonnen.

Das Gespräch führte Jil Lüscher.

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