Von Balsthal nach Hong Kong: Jonas Schürmann hat's geschafft

Der Solothurner Hotelier hat 1979 in Balsthal als Kellner angefangen, heute führt er als Generaldirektor das Luxushotel Mandarin Oriental im Finanzdistrikt von Hong Kong. Trotzdem ist der Solothurner offen, auch für eine spätere Rückkehr in die Heimat.

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Stationen des Hoteliers

Stationen des Hoteliers
  • 1979 Kellnerlehre in Balsthal
  • 1983 Restaurant Schlosshof, Dornach (Kellner)
  • 1984 Hotelfachschule in Zürich
  • 1985 Schweizerhof Bern (Purchasing Manager)
  • 1988 Beau Rivage Lausanne (Reservation Manager)
  • ab 1992: Hotels in Hong Kong, Bangkok, Macau und Kuala Lumpur (diverse leitende Funktionen)

Als «Star im Ausland» wurde er von Gault Millau gekürt, drei seiner zehn Restaurants besitzen Michelin-Sterne. Jonas Schürmann ist erfolgreich als Hotelier in Asien gestartet und nun ziemlich weit oben angekommen. Als Generaldirektor eines Luxushotels, mit über 800 Angestellten.

Das Mandarin Oriental liegt mitten im Finanzdistrikt der Weltmetropole. Die Schweizer Gäste sind enorm wichtig, es sei der zweitwichtigste Markt, sagt Jonas Schürmann im Interview mit Radio SRF. Mit täglichen Flügen von Zürich nach Hong Kong sei die Stadt sehr gut an die Schweiz angebunden.

«Kellner oder Kondukteur war die Option»

1979 wählte Jonas Schürmann eine Kellnerlehre als ideale Ausbildung. Es hätte auch Kondukteur werden können, sagt er heute rückblickend. Die Arbeit habe ihn nie abgeschreckt. Der Kellnerberuf, der Einstieg in die Hotellerie, das habe ihm Türen geöffnet. Türen in die grosse, weite Welt.

Von Dornach ging es für Schürmann unter anderem nach Bern, Saint-Blaise, Lausanne und Cully bis nach Bangkok, Macau, Kuala Lumpur und schliesslich nach Hong Kong.

Gemeinsamkeiten zwischen der Schweizer Hotellerie und dem Tourismus in Asien gäbe es durchaus, sagt Schürmann. Der Gast wolle sich überall – egal ob im Mittelland oder in Hong Kong – wohl fühlen und etwas erhalten für sein Geld.

In Asien jedoch sei die Schwelle, ein Hotel zu betreten – auch um zu Essen – allerdings tiefer als in Europa. Hier könnte die Schweizer Hotellerie noch dazulernen, ist er überzeugt.

«  Im Dunkeln sehen alle Hotelzimmer gleich aus. Es sind die Leute, das Personal, die einem Hotel die Seele geben. »

Jonas Schürmann
Generaldirektor Mandarin Oriental Hong Kong

Aus seiner Solothurner Heimat fehlen ihm die Kuchen und die vier Jahreszeiten. Ansonsten sei er glücklich in Asien. Eine Rückkehr in die Schweizer Heimat wolle er aber nicht ausschliessen, sagt Schürmann. «Heute ändern sich die Dinge enorm rasch. Ich nehme jeden Tag wie er kommt», so der Hotelier im Interview.