Stadt Rheinfelden Was hat der Wakkerpreis gebracht?

SRF sprach mit Rheinfeldens Stadtammann Franco Mazzi über die Verleihung des Wakkerpreises 2016 sowie dessen Vorteile für die Gemeinde Rheinfelden.

SRF News: Erste Behauptung, Franco Mazzi: Seit der Verleihung des Wakkerpreises hat Rheinfelden 50 Prozent mehr Touristen als zuvor.

Franco Mazzi: Ja, das ist richtig. Zumindest was geführte Stadtführungen betrifft. Bei Besichtigungen ohne Führung ist es schwer zu sagen, weil wir diese nicht zählen können. Ich denke aber, dort trifft es wohl auch zu.

Kann man also sagen, diese Auszeichnung hat sehr viel gebracht?

Ja, das hat sie. Es sind viele Wakker-Touristen angereist und auch generell Wakker-Interessierte bezüglich Städteplanung, die sehen wollten, weshalb Rheinfelden diese Auszeichnung bekommen hat.

Hat Sie dieser Aufmarsch überrascht?

Nun, Rheinfelden war auch zuvor schon ein Touristenort. Wir haben ein ausgebautes Kur-und Bäderwesen, deshalb sind wir an Touristen gewöhnt. Neu ist jedoch, dass die Leute nicht nur der Bäder wegen kommen, sondern, um die Stadt zu besichtigen. Und diese Entwicklung hat uns natürlich gefreut.

Zweite Behauptung: Von Rheinfelden kennen die allermeisten Schweizerinnen und Schweizer nur eines, nämlich das «Felschlösschen»-Schlösslein, welches man von der Autobahn aus begutachten kann.

Das würde ich auch so unterschreiben. Es handelt sich effektiv um eine starke Institution, welche schweizweit eine grosse Rolle spielt.

Was ist denn sonst noch «wakkermässig» schön an Rheinfelden?

Wie es der Name schon vorausnimmt, liegt unsere Stadt am Rhein, und wir haben in den letzten Jahren zahlreiche Möglichkeiten geschaffen, den Rhein als Freizeitattraktion erleben zu können. Beispielsweise haben wir neue Parkanlagen errichtet, beziehungsweise bereits bestehende renoviert und mittlerweile haben wir auch viele Schwimmer, welche mit einem so genannten Schwimmsack den Rhein hinunterschwimmen.

Ausserdem haben wir viele Touristen, welche die Altstadt besichtigen. Grund dafür ist womöglich die Tatsache, dass Rheinfelden erst seit etwa 200 Jahren der Schweiz angehört. Zuvor waren wir Teil von Österreich, was man noch immer an den überwiegend österreichischen Wappen der Altstadthäuser sehen kann.

Wenn wir schon vom Ausland sprechen – kommen wir zur dritten und letzten Behauptung: In der angrenzenden deutschen Gemeinde Rheinfelden ist man wohl sehr neidisch auf Ihre Auszeichnung gewesen?

Neidisch würde ich nicht sagen. Ich glaube, sie haben sich mit uns gefreut. Denn ein Teil der Auszeichnung galt der guten Zusammenarbeit mit der deutschen Gemeinde Rheinfelden. Wir haben monatliche Treffen, in denen wir auch Themen wie Städteplanung oder kulturelle Anlässe diskutieren.

Ausserdem haben wir eine gemeinsame Kulturzeitschrift, in der mit dreimonatigem Ausblick sämtliche kulturellen Aktivitäten beider Gemeinden präsentiert werden. Deshalb denke ich, kann man nicht von Neid sprechen.

«  Ein Teil der Auszeichnung galt der guten Zusammenarbeit mit der deutschen Gemeinde Rheinfelden. »

Franco Mazzi
Stadtammann Rheinfelden

Ich nehme aber trotzdem an, dass dieses Zertifikat bei Ihnen hängt und nicht an der Grenze.

Nein, die Auszeichnung hängt tatsächlich eingerahmt beim Eingang unseres Rathaussaals.

Das Gespräch führte Mike La Marr